Zukunftsmusik: Sport in der Pille

Bewegung und Sport sind für die Gesundheit wichtig. Doch nicht jeder kann körperlich aktiv sein. US-Forscher entdeckten eine chemische Substanz, die ein Gen aktiviert, das auch bei Sport stimuliert wird. 


Sport aktiviert Gen PPARD

Mit der Aktivierung des Gens PPAR Delta (PPARD) bei körperlich inaktiven Mäusen konnten Wissenschaftler aus La Jolla in Kalifornien die gesundheitlichen Vorteile von Sport imitieren. Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie im Fachblatt "Cell Metabolism".

Nach gegenwärtigen Empfehlungen sollen sich Erwachsene mindestens 150 Minuten pro Woche moderat bewegen. Bei anstrengender körperlicher Aktivität gelten 75 Minuten in der Woche als ausreichend, um die Gesundheit und Fitness zu fördern. In den USA kommt höchstens 49 Prozent der erwachsenen Bevölkerung diesen Empfehlungen nach. Meist reicht die Motivation einfach nicht aus, um regelmäßig Sport zu treiben. Manche Menschen, zum Beispiel Senioren, sind aber auch nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu bewegen.

Die Entdeckung der physiologischen Mechanismen, die den positiven Auswirkungen von Sport zugrunde liegen, könnte besonders für bewegungseingeschränkte Menschen vorteilhaft sein. Die Forscher hatten bereits in früheren Untersuchungen herausbekommen, dass das Gen PPARD für die Reaktion des Körpers auf Sport eine Rolle spielt. Mäuse, deren PPARD-Gen permanent aktiviert war, konnten längere Strecken laufen und wiesen eine bessere Ausdauer auf. Sie waren gegenüber einer Gewichtszunahme resistent und reagierten stärker auf das Hormon Insulin, das für die Aufnahme von Zucker in Körperzellen wichtig ist. 


Chemische Substanz aktiviert Sportgen

Nachdem die Forscher eine chemische Substanz identifizierten, die das Gen aktivieren kann, testeten sie diese im Tierversuch. Sie verabreichten Mäusen vier Wochen lang höhere Dosen der Substanz. Die Tiere reagierten ähnlich wie jene, deren Gen PPARD permanent aktiviert war.

Die Verabreichung hoher Dosen an Mäuse, die sich nicht bewegten, zeigte, dass sich diese ausdauernder bewegen konnten als inaktive Mäuse, die die genaktivierende Substanz nicht erhielten. Die Forscher sind zuversichtlich, dass ihre Entdeckung zu der Entwicklung von Medikamenten führen könnte, mit deren Hilfe sich Sport imitieren lässt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.05.17Zum AnfangZurück

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