Übergewicht: Erbe wichtiger als gedacht

Wie dünn oder dick Kinder sind, könnte nicht allein eine Frage der Ernährung und Bewegung sein, so britische Forscher. Um die 35 bis 40 Prozent des kindlichen Body Mass Index (BMI) sind demnach vererbt.


Übergewicht: Erbe von Eltern beträgt je Elternteil 20 Prozent

Dass das Erbe für das Gewicht bedeutsam ist, ergab eine Untersuchung von Wissenschaftlern der University of Sussex. Für die dicksten Kinder ermittelten sie sogar, dass das Körpergewicht bis zu 60 Prozent von den Eltern mitbestimmt wird. Über die Hälfte der Neigung zu Fettleibigkeit wird ihren Studienergebnissen zufolge von Erbfaktoren und Umwelt bestimmt.

Der Untersuchung zugrunde liegen die Daten über Größe und Gewicht von 100.000 Kindern und deren Eltern aus sechs Nationen. Die Familien stammten aus Großbritannien, Spanien, China, Indonesien, den USA und Mexiko.

Die Übertragung des BMI zwischen den Generationen war mit 0,2 annähernd konstant, das heißt, der BMI eines jeden Kindes wird zu 20 Prozent durch die Mutter und 20 Prozent durch den Vater festgelegt. Der BMI ist ein Maß zur Abschätzung des Körpergewichts unter Berücksichtigung der Körpergröße.


Kinder fettleibiger Eltern werden oftmals selbst fettleibig

Der Vererbungseffekt war unabhängig von ökonomischen Faktoren, der Industrialisierung, der Ernährung und der Häufigkeit von Fettleibigkeit in den verschiedenen Ländern der Erde einheitlich nachweisbar. Die Studie gibt den Forschern zufolge damit einen wertvollen Einblick in den Zusammenhang, wie sich Übergewicht in entwickelten und weniger entwickelten Ländern zwischen den Generationen vererbt.

Der Einfluss des elterlichen BMI war dabei aber auch abhängig von dem kindlichen BMI. Der Einfluss auf Kinder mit dem geringsten Gewicht war kleiner als der auf Kinder mit dem höchsten BMI. Kinder fettleibiger Eltern werden demnach als Erwachsene sehr wahrscheinlich später auch selbst fettleibig sein. Hierbei spielt offenbar das väterliche Erbe eine besonders große Rolle, schreiben die Wissenschaftler in "Economics and Human Biology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.03.17Zum AnfangZurück

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