Cola & Co schaden Gehirn

Limonaden und Cola mit Zucker, Sport- und andere Süßgetränke stehen schon länger im Verdacht, insbesondere dem Stoffwechsel zu schaden. Auch das Gehirn wird in Mitleidenschaft gezogen, zeigen Studien. Doch auch zuckerfreie Süßgetränke, die Zuckerersatzstoffe enthalten, scheinen nicht nur dem Kreislauf und dem Stoffwechsel, sondern auch dem Gehirn zuzusetzen. 


Süßgetränke hängen mit verschiedenen Gehirnschäden zusammen 

Eine exzessive Zuckeraufnahme, besonders von Fructose aus Süßgetränken, könnte dem Gehirn schaden. Das ergaben Daten aus der Framingham Heart Study. Studienteilnehmer, die mehr zuckerhaltige Getränke zu sich nahmen, wiesen ein schlechteres Gedächtnis auf, hatten ein kleineres Hirnvolumen und einen kleineren Hippocampus. Der Hippocampus ist ein Hirnareal, das für das Lernen und das Gedächtnis bedeutsam ist.

Aber auch Diätgetränke beziehungsweise Getränke mit künstlichem Zucker setzen dem Gehirn zu, zeigt eine Folgestudie. Menschen, die täglich Getränke mit Zuckerersatzstoffen zu sich nehmen, meist um nicht dicker zu werden, entwickeln demnach häufiger Schlaganfälle und eine Demenz.


Ausweichen auf Zuckerersatzstoffe scheint keine Lösung

Beide Studien zum Thema, die in der Fachzeitschrift "Alzheimer's & Dementia and Stroke" veröffentlicht wurden, zeigen allerdings keine Ursache-Wirkungs-Beziehung an, sondern lediglich eine Korrelation. Unklar ist bislang, wie Süßgetränke dem Gehirn und den geistigen Fähigkeiten schaden könnten. "Allerdings wiegt der Verdacht schwer, dass Süßgetränke mit und ohne Zucker dem Gehirn zusetzen", so Sudha Seshadri, Neurologe der Boston University School of Medicine, Seniorautor beider Veröffentlichungen. Er empfiehlt bei Getränken auf Wasser zurückzugreifen.

Eine exzessive Zuckeraufnahme wird schon länger mit Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht, Herzinfarkt und Diabetes mellitus in Verbindung gebracht. Mehrere Studien zeigen, dass auch der Verzicht auf Zucker und das Ausweichen auf Zuckerersatzstoffe keine gesundheitlichen Vorteile erbringen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.05.17Zum AnfangZurück

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