Bewegungsmangel erhöht Demenzrisiko

Bewegen sich ältere Menschen zu wenig, erhöht das ihr Demenzrisiko stark. Das Erkrankungsrisiko ist vergleichbar hoch wie das von Menschen, die ein erhöhtes Risiko für eine Demenz aufgrund erblicher Vorbelastung aufweisen. 


Empfehlung: 150 Minuten pro Woche mäßige Bewegung

Weltweit leben 47,5 Millionen mit einer Demenz. Laut Prognosen werden im Jahr 2030 über 75 Millionen Menschen an einer Demenz leiden. Die am häufigsten auftretende Form der Demenz ist die Alzheimerdemenz. Bis zu 80 Prozent aller Demenzen gehen auf ihr Konto. 

Größter Risikofaktor für die Entwicklung der Alzheimerdemenz sind die Gene. Wer das Gen Apolipoprotein E erbt, entwickelt im Vergleich zu Menschen ohne dieses Gen bis zu zwölfmal wahrscheinlicher Morbus Alzheimer. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, hängt auch davon ab, ob eine Kopie oder gleich zwei Kopien des Gens vererbt wurden.

Forscherin Jennifer Heisz der McMaster University in Kanada vermutete, dass das Alzheimerrisiko älterer Menschen ähnlich hoch ist, wenn sie sich zu wenig bewegen.

Nach US-Empfehlungen sollten sich Ältere mindestens 150 Minuten pro Woche moderat intensiv bewegen. Bei anstrengender körperlicher Aktivität rechen 75 Minuten pro Woche aus. Diese Empfehlung unterschreiten aber die meisten Senioren. 

Die kanadischen Wissenschaftler untersuchten die körperliche Aktivität und die Demenzentwicklung an mehr als 1.600 älteren Menschen, die Teilnehmer der Candadian Study of Health and Aging waren. Zu Studienbeginn hatten die Senioren keine Demenz. Die Forscher beobachten die Gesundheitsentwicklung fünf Jahre lang.


Körperliche Aktivität schützt Senioren vor Alzheimerdemenz

Studienteilnehmer mit Bewegungsmangel, die das Alzheimerrisiko erhöhende Gen nicht trugen, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Alzheimerdemenz zu erkranken als Teilnehmer, die körperlich aktiv waren. Bei Genträgern hingegen ließ sich zwischen körperlich Aktiven und nicht Aktiven kein Unterschied im Erkrankungsrisiko ausmachen.


Das Risiko der Entwicklung einer Alzheimerdemenz ist für körperlich inaktive ältere Menschen genauso hoch wie für Menschen, die ein erhöhtes Risiko aufgrund ihrer Veranlagung tragen, so die Wissenschaftler. Auch gesunde Gene können bei Bewegungsmangel demnach nicht vor einer Demenzdemenz bewahren.

Die gute Nachricht ist aber, dass Bewegung vor der Alzheimerdemenz schützen kann, wenn es sich nicht um Träger des Risikogens handelt, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Alzheimer's Disease".

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.01.17Zum AnfangZurück

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