Schokoholic? Die Gene könnten schuld sein

Burger, Currywurst und Pommes, Schokolade – besonders gesund ist das bekanntlich nicht. Manchen Menschen fällt es aber besonders schwer, von diesen Nahrungsmitteln zu lassen. Die Gene könnten eine Ursache sein, so spanische Wissenschaftler. 


Forscher: Wie wirken die Gene auf das Essverhalten?

Welche Nahrungsmittel wir besonders mögen, dafür könnten die Gene mitverantwortlich sein, so eine Studie, die Forscher anlässlich der "Experimental Boology 2017" in Chicago vorstellten. Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, individuelle Nahrungsempfehlungen zu geben und damit vor Übergewicht zu schützen. Denn trotz derzeitiger Nahrungsempfehlungen hält sich die Mehrzahl der Erwachsenen nicht daran. Den Ursachen auf den Grund zu gehen und sie zu verstehen, war das Ziel der Forscher aus Madrid.

Bereits frühere Studien zeigten, dass einige Gene mit dem Essverhalten, etwa bei Magersucht oder anderen Essstörungen, in Zusammenhang stehen. 

Die Wissenschaftler analysierten die Daten der GOLDN-Studie, einer großen Studie der National Institutes of Health (NIH) zur Untersuchung der Auswirkungen von Gen- und Umweltfaktoren auf die Blutfettwerte. Diese stehen mit Übergewicht, Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und des Stoffwechsels sowie Krebs in Zusammenhang.


Genvarianten beeinflussen Bevorzugung von Zucker, Salz und Fett

Anhand der Daten von über 800 Erwachsenen fanden die Forscher heraus, dass verschiedene Varianten von Genen mit der Bevorzugung von Nahrungsmitteln verbunden sind. Zum Beispiel war eine Variante des Rezeptorgens für das Hormon Oxytocin, auch bekannt als Liebeshormon, mit einer Bevorzugung von Schokolade und damit einem größeren Bauchumfang verbunden.

Auch für eine Bevorzugung von Salz und Fett ließen sich Genvarianten ausmachen. Die von den Forschern identifizierten Genvarianten wurden bereits mit verschiedenen Merkmalen des Verhaltens und der Psychologie – wie Stress, Abhängigkeit und Depressionen – in Zusammenhang gebracht. 

Die Forscher gehen davon aus, dass die Gene das Verhalten und die Auswahl von Nahrungsmitteln beeinflussen. Deshalb könnte es vielen Menschen so schwer fallen, ihre Enährung zu verändern.

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.05.17Zum AnfangZurück

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