Psychotherapie: Was Frauen und Männer wollen

Geht es um die Psychotherapie, haben Frauen und Männer offensichtlich unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche. Während Männer sich gern in Gruppen austauschen, bevorzugen Frauen eher weibliche Therapeuten, so britische Wissenschaftler. Den Unterschieden könnten Therapeuten versuchen, gerecht zu werden. Bereits im Vorfeld einer Behandlung lohnt sich ein Gespräch darüber.


Psychotherapie: zu wenig männerfreundliche Angebote?

Die Erwartungen und Bedürfnisse an eine Psychotherapie unterscheiden sich zwischen Männern und Frauen, ergab eine Untersuchung britischer Forscher im "British Journal of Investigative Psychology". Die Wissenschaftler hatten 232 Frauen und 115 Männer in einer Online-Beobachtung untersucht. Alle hatten an einer Psychotherapie teilgenommen. In der Untersuchung erhielten die Probanden Informationen zu verschiedenen Arten der Psychotherapie, sollten diese bewerten und angeben, wie sie mit psychischen Problemen am besten umgehen konnten und was ihnen dabei am besten helfen könnte.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass es einige Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab. Während Männer sich psychologisch lieber in Gruppen unterstützen lassen wollten als Frauen, bevorzugten Frauen öfter weibliche Therapeuten. Dies betraf weniger Männer und das Geschlecht des Therapeuten schien bei ihnen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Männer beklagten zudem zu wenig männerfreundliche Therapieoptionen. Sie nutzten häufiger Sex und Pornographie, um mit Stress besser umgehen zu können als Frauen.


Männer schätzen Informationen, Frauen Empathie und Emotion

Insgesamt mochten Frauen eine Psychotherapie lieber als Männer. Ursache könnte die in Therapien erfahrende Empathie und das Teilen von Emotionen bei Frauen sein, so die Wissenschaftler. Männer teilen sich lieber in Gruppen mit und schätzen möglicherweise eher die Informationen, die sie dort erhalten und selbst weitergeben. 

Vor einer Psychotherapie ist es sinnvoll, sich über die eigenen Bedürfnisse im Klaren zu werden. Dies hilft, die individuell passende Behandlung zu finden, von der der Einzelne am meisten profitieren kann.

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.07.17Zum AnfangZurück

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