Marihuana: Mittel gegen Drogensucht?

Marihuana beziehungsweise Cannabis gilt als Einstiegdroge für härtere Drogen, so bislang der Verdacht. Eine Studie kommt jetzt aber zu dem Schluss, dass Marihuana vor anderen Drogen schützen könnte.


Marihuana als Medizin

Einer aktuellen Studienanlayse zufolge könnte Marihuana helfen, um von anderen Drogensuchten wie etwa einer Abhängigkeit von Opiaten loszukommen. Überdies könnten sich Symptome von psychischen Erkrankungen wie die der posttraumatischen Belastungsstörung lindern lassen, so Psychologen der University of British Columbia in Kanada.

Cannabis ist die am weitesten verbreitete Droge, auch in Deutschland. Sie hat aber ebenso einen therapeutischen Nutzen und kann bei Schmerzen, Entzündungen, epileptischen Anfällen und sogar der Alzheimerdemenz wirksam sein. Manche Patienten und Befürworter der Anwendung von Marihuana als Therapeutikum berichteten bereits von einer Wirksamkeit bei mentalen Erkrankungen und Abhängigkeit von anderen Drogen. Die aktuelle im "Clinical Psychology Review" veröffentlichte Studie unterstützt nun diese Meinung.

Insgesamt 60 Studien waren analysiert worden, die die Wirksamkeit von Marihuana in medizinischer und nichtmedizinischer Anwendung auf mentale Krankheiten und Drogensucht untersucht hatten.


Andere Medikamente für den Entzug könnten mehr schaden

Den Ergebnissen zufolge ist Marihuana potenziell bei der posttraumatischen Belastungsstörung, bei Depressionen und sozialer Angststörung wirksam. Bei Psychosen wie der bipolaren Störung erwiesen sich nichtmedizinische Anwendungen als problematisch.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Cannabis helfen kann, aus einer Drogensucht auszusteigen, da die Menge anderer sonst angewendeter Substanzen reduziert werden könnte. Solche Medikamente wie Opioide, die bei einem Entzug eingesetzt werden, könnten laut Wissenschaftlern mehr Schaden zufügen.

Keine Hinweise fanden sich darauf, dass medizinisch eingesetztes Marihuana zu mehr Schäden bei Anwendern oder anderen führt. Vor Überdosierungen sei aber zu warnen.  

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.11.16Zum AnfangZurück

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