Magnesium-Ungleichgewicht als Demenzrisiko

Menschen mit zu hohem oder zu niedrigem Magnesiumspiegel im Blut haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine Demenz. Das Risiko könnte um bis zu 30 Prozent erhöht sein.


Magnesium im obersten und untersten Bereich könnten Demenzrisiko erhöhen

Bred Kieboom und Mitarbeiter des Erasmus University Medical Center in Rotterdam, Niederlande, untersuchten zwischen 1997 und 2008 die Magnesiumwerte im Blutserum von mehr als 9.500 Menschen im Alter von 64,9 Jahren. Die Studienteilnehmer wurden anschließend durchschnittlich acht Jahre lang beobachtet. Mehr als 800 Menschen entwickelten eine Demenz, meist eine Alzheimerdemenz.

Sowohl Probanden in den Gruppen mit den höchsten als auch mit den niedrigsten Magnesiumwerten trugen ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Demenz. Sie wiesen eine um bis zu 30 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für eine Demenz auf als Menschen mit mittleren Magnesiumwerten.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, konnten die Wissenschaftler nicht sicher einen ursächlichen Zusammenhang herstellen. Klar ist lediglich die Beobachtung, dass der Magnesiumspiegel und die Demenz zusammenhängen, auf die Ursache lässt sich aufgrund der Art der Untersuchung aber nicht schließen. 

Zudem liegen der Studie nur einmalige Messungen des Serumspiegels an Magnesium zugrunde, deren Aussagekraft begrenzt ist. Der Magnesiumspiegel ist Veränderungen unterworfen. Die Wissenschaftler untersuchten auch nicht, wie sich ein zu hoher oder zu niedriger Magnesiummangel außerhalb des Referenzbereichs auf die Entstehung einer Demenz auswirken. Die Teilnehmer der Studie wiesen Werte auf, die sich noch im Normbereich befanden.


Forscher halten ursächlichen Zusammenhang für wahrscheinlich

Aus diesem Grund stellten die Wissenschaftler eine erneute Analyse an und schlossen Teilnehmer aus, die in den ersten vier Jahren eine Demenz entwickelt hatten. Da sich das Ergebnis hierdurch kaum veränderte, schließen die Forscher auf einen ursächlichen Zusammenhang. Weitere Studien müssen aber folgen, bevor sichere Aussagen möglich sind.

Sie hoffen, mit ihrer Entdeckung einen neuen Risikofaktor für Demenz identifiziert zu haben, der beeinflussbar wäre. Ließe sich das Demenzrisiko durch einfache Veränderungen der Ernährung oder eine Nahrungsergänzung reduzieren, wäre das natürlich vorteilhaft.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.10.17Zum AnfangZurück

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