Lebensmittelzusatzstoff beeinflusst Dünndarm

Ein als unbedenklich eingeschätzter Lebensmittelzusatz verändert die Schleimhaut des Dünndarms. Das sei zwar nicht lebensgefährlich, doch Verbraucher sollten darüber in Kenntnis gesetzt werden, so US-Forscher. 


E171 verändert Funktionen des Dünndarms

Der Lebensmittelzusatzstoff E171 gilt als unbedenklich und ist Bestandteil von Kaugummis, Zahnpasta oder Hustenbonbons. Wissenschaftler der Binghampton University in New York fanden jetzt heraus, dass Titandioxid zu Veränderungen der Dünndarmschleimhaut führt, wenn diese langfristigen Kontakt zu dem Stoff hat.

Die Forscher hatten Dünndarmzellen kurzfristig oder über mehrere Tage lang Mengen an Titandioxid ausgesetzt, wie sie auch in Nahrungsmitteln vorkommen. Ein kurzfristiger akuter Kontakt mit dem Zusatzstoff hatte keine Auswirkungen auf den Darm. Bei Dünndarmzellen, die jedoch chronisch E171 ausgesetzt waren, war die Aufnahmefähigkeit im Bereich der oberflächlichen Aussackungen (Mikrovilli) beeinflusst. Der Stoff schwächte die Darmbarriere, verlangsamte den Stoffwechsel beziehungsweise die Aufnahme von verschiedenen Nährstoffen wie Eisen, Zink und Fettsäuren. Auch die Funktion von Enzymen war beeinträchtigt und es zeigten sich Hinweise auf entzündliche Reaktionen.


Verarbeitete Lebensmittel enthalten Zusatzstoff häufig

Verbraucher müssten nicht befürchten, dass der Stoff schwer krankmache oder gar zum Tod führen könne, so die Wissenschaftler. Allerdings sollte jeder von den eher subtilen Wirkungen auf den Darm wissen. Bereits frühere Studien hatten die Wirkung von Nanopartikeln aus Titandioxid auf die Mikrovilli der Dünndarmschleimhaut untersucht. In der aktuellen Untersuchung wurden aber deutlich geringere Konzentrationen verwendet.

Titandioxid ist ein wenig reaktives und unlösliches Material, dass für die weiße Pigmentierung von Farbe, Papier und Plastik eingesetzt wird. Auch in Sonnenschutzmitteln wird es verwendet. Als Bestandteil von Zahnpasten, Kaugummis, Schokolade, Süßigkeiten oder in Backmitteln gelangt die Substanz auch ins Verdauungssystem. Um die Substanz wenig oder nicht aufzunehmen, empfiehlt es sich, auf verarbeitete Lebensmittel zu verzichten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.03.17Zum AnfangZurück

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