Krebs: Was gegen Müdigkeit hilft

Mit Krebserkrankungen und deren Behandlung verbunden ist oftmals eine einschränkende Erschöpfung (Fatigue). Am besten hilft neben psychologischer Unterstützung offenbar Bewegung, zeigt eine aktuelle Studie. Erschöpfung und Müdigkeit sind schwere Nebenwirkungen, unter denen krebsbehandelte Patienten leiden.


Medikamente, Sport oder psychologische Behandlung?

Die Krebs-Fatigue setzten vielen Patienten zu. Etwa die Hälfte der an Krebs Erkrankten fühlt sich anhaltend erschöpft. Die Ursachen der einschränkenden Müdigkeit liegen noch im Dunkeln. Forscher der University of Rochester in New York verglichen jetzt verschiedene Behandlungsmethoden, die die krebsbedingte Erschöpfung mindern und fanden heraus, dass körperliche Aktivität und psychotherapeutische Unterstützung am besten wirksam sind. Medikamente erweisen sich dagegen als weniger wirksam. Sie empfehlen Bewegung und psychologische Behandlungen im Fachjournal "JAMA Oncology" als Erstlinientherapien.

Fatigue ist die am häufigsten auftretende Nebenwirkung einer Krebsbehandlung. Müdigkeit und Energiemangel können mit Verwirrung, Gedächtnisstörungen und Depressionen einhergehen. Dies reduziert die Lebensqualität und hält Betroffene oft davon ab, ihren täglichen Aktivitäten nachzugehen. Darüber hinaus kann das Patienten so negativ beeinflussen, dass sie ihre Krebstherapie nicht zu Ende führen.


Mit Bewegung und psychologischer Unterstützung gegen Fatigue

Zwar werden aktuell Bewegung, Medikamente und Psychotherapie bei Krebs-Fatigue empfohlen, doch ist unklar, welche der Behandlungen am meisten Erfolg versprechen. Die Prüfung der Daten aus 13 Studien zum Thema mit mehr als 11.500 Patienten ergab, dass Sport und psychologische Behandlungen gleich effektiv waren, um die Müdigkeit effektiv zu reduzieren. Medikamente wie Modafinil oder Ritalin wirkten weniger gut.

Patienten, die unter anhaltender Müdigkeit leiden, empfehlen die Forscher statt einem höheren Kaffeekonsum oder Schläfchen am Tag eher einen 15-minütigen Spaziergang. Das wäre ein einfaches Konzept, doch müsste es erst in den Köpfen und Patienten und Behandlern Eingang finden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.03.17Zum AnfangZurück

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