Herzinfarkt: Hohes Risiko bei Depressionen

Herzinfarkt und Depressionen stehen miteinander in Wechselwirkung, zeigen Studien. Neue Daten ergaben, dass Depressionen den Verlauf eines Herzinfarkts negativ beeinflussen. Die Sterblichkeit steigt.


Depressionen und Herzgesundheit sind verbunden

Der Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Depressionen ist seit Langem Gegenstand der Forschung. Es spielen offenbar vielseitige Wechselwirkungen eine Rolle. Depressionen als mentale Erkrankung beeinflussen Studien zufolge das Herzinfarktrisiko, aber auch in der Folge sowie nach einer Herzkrankheit sind Depressionen bedeutsam. Allerdings beschäftigten sich viele Forscher eher mit den kurzfristigen Auswirkungen von Depressionen nach einem Herzinfarkt.

Wie Depressionen sich auch langfristig auf Patienten nach einem Herzinfarkt oder bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) und stabiler und instabiler Angina pectoris (Herzenge) auswirken, untersuchten US-Forscher anhand von 25.000 Patienten, deren medizinische Daten registriert waren. Die Patienten wurden durchschnittlich zehn Jahre nach Erhalt der Diagnose einer KHK beobachtet.


Depressive Herzpatienten sterben eher

Nach der Diagnose der Herzkrankheit war bei 15 Prozent der Studienteilnehmer auch eine Depression diagnostiziert worden. Die Erkrankungszahl ist im Verhältnis zur Häufigkeit von Depressionen in der Allgemeinbevölkerung hoch. Dort beträgt sie 7,5 bis zehn Prozent. Nach Berücksichtigung der Risikofaktoren für Depressionen wie Alter, Geschlecht, Medikamente oder auch Schmerzen waren Depressionen der stärkte Prädiktor für den Tod bei den Untersuchten mit Herzkrankheit. Herzpatienten mit Depressionen starben den Studienergebnissen zufolge doppelt so wahrscheinlich wie jene ohne Depressionen.

Von den fast 5.650 Herzkranken mit Depressionen starben 50 Prozent im Laufe der Studienzeit. Herzpatienten ohne Depressionen waren zu 38 Prozent betroffen. 

Es ist sehr wichtig, nach und im Verlauf der Diagnose von Herzerkrankungen gezielt nach Depressionen zu fahnden, so die Wissenschaftler, denn Depressionen beeinflussen den Krankheitsverlauf nachteilig. Frühzeitige adäquate Therapien sind für den Krankheitsverlauf überaus bedeutsam.

Ergebnisse ihrer Studie stellten die Wissenschaftler anlässlich des Jahrestreffens des American College of Cardiology vor.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.03.17Zum AnfangZurück

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