Haustiere: Kein Vorteil für Kinder?

Viele Studien in der Vergangenheit ergaben, dass Haustiere die Gesundheit von Kindern positiv beeinflussen. Eine aktuelle große Untersuchung kann diese Befunde aber nicht bestätigen. Die Forscher machen andere Ursachen dafür aus, dass es Kindern in Familien mit Haustieren besser gehen könnte als Kindern, die ohne Haustiere groß werden. 


Forscher untersuchen verschiedene Einflussfaktoren

Ob Katze, Hund oder andere Tiere im Haus – sie sind für eine bessere Gesundheit von Kindern in diesen Haushalten vermutlich nicht verantwortlich, ergab die bislang größte Untersuchung der RAND Corporation zu dem Thema. Im Unterschied zu anderen Studien bezogen die Forscher statistische Analysen ein, die es erlauben, andere Faktoren zu berücksichtigen, die bisherige Ergebnisse zu einem größeren Wohlbefinden von Kindern mit Haustieren erklären könnten. Solche Faktoren etwa sind ein höheres Haushaltseinkommen oder das Wohnen in einer besseren Wohngegend.

In der Studie wurden die Informationen von 2.200 Kindern mit Haustieren im Haushalt mit denen von 3.000 Kindern ohne tierische Mitbewohner verglichen. Die Kinder waren an der jährlichen Befragung der California Health Interview Survey aus 2003 beteiligt. Dabei waren auch Fragen zum Haustierbesitz gestellt und Daten zur Gesundheit erhoben worden.


100 Faktoren beeinflussen mögliche Zusammenhänge

Tatsächlich schien es Kindern aus Haushalten mit Hund oder Katze gesundheitlich allgemein etwas besser zu gehen und sie waren auch tendenziell körperlich aktiver als Kinder ohne Haustiere. Kinder mit Haustieren hatten aber auch häufiger eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), verhielten sich etwas fügsamer und hatten weniger wahrscheinlich Eltern, die sich um das Befinden ihrer Kinder, sei es deren Stimmung, Gefühle, Verhalten oder die Lernfähigkeit Gedanken machten. 

Weitere Analysen ergaben mehr als 100 Faktoren, die den Zusammenhang zwischen Haustierbesitz und besserer Gesundheit beeinflussten. Die Forscher fordern andere Untersuchungen über längere Zeitperioden, um die Auswirkungen des Haustierbesitzes besser zu untersuchen. Auch wäre ein experimenteller Untersuchungsansatz hilfreich. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.08.17Zum AnfangZurück

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