Eisenmangel kann Herz schädigen

Eisenmangel ist verbreitet und kommt häufiger bei Frauen vor. Forscher entdeckten jetzt einen Zusammenhang mit dem Herzinfarktrisiko. Vielleicht sollten Herzpatienten zukünftig öfter Eisen erhalten.


Forscher klären Zusammenhang zwischen Eisenwerten und Herzkrankheiten 

Der Herzinfarkt ist eine führende Todesursache. In den USA sterben jährlich über 600.000 Menschen infolge der Herzkrankheit. Ursache ist die koronare Herzerkrankung, bei der verkalkte und verengte Herzkranzgefäße den Blutfluss des Herzens drosseln. Wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend durchblutet, kommt es möglicherweise zum Herzinfarkt.

Frühere Studien ließen bereits vermuten, dass die Eisenwerte im Körper mit der Erkrankung zusammenhängen könnten. Doch ergaben die Untersuchungen widersprüchliche Ergebnisse. Ein Forscherteam des Imperial College London und der University College London gingen einer möglichen Verbindung jetzt auf den Grund.

Sie konzentrierten sich dabei auf die Unterschiede von Erbfaktoren anhand der genetischen Daten von 48.000 Menschen. Anhand kleinster Genveränderungen, die häufig vorkommen, identifizierten sie Studienteilnehmer mit einer höheren oder geringeren Wahrscheinlichkeit für einen Eisenmangel. Kleinste Genveränderungen lassen Rückschlüsse auf verschiedene Erkrankungen zu und dienen als biologische Marker von Krankheiten.

Die Forscher kombinierten dann ihre Ergebnisse mit Daten aus zwei großen Studien mit mehr als 124.000 an koronarer Herzkrankheit erkrankten Personen.


Herzpatienten könnten zukünftig Eisen erhalten

Es zeigte sich, dass höhere Eisenwerte tatsächlich das Risiko für die koronare Herzkrankheit senkten. Dies deutet darauf hin, dass die Eisenwerte in der Behandlung der koronaren Herzkrankheit und Herzinfarkt ein wichtiges therapeutisches Ziel sein könnten. 

Die Forscher planen jetzt weitere Studien, in denen die Wirksamkeit einer Eisentherapie bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit gegenüber einer Scheinbehandlung untersucht werden soll. Möglicherweise erhalten zukünftig Menschen mit erhöhtem Herzerkrankungsrisiko nicht nur Medikamente zur Senkung der Fettwerte oder des Blutdrucks, sondern auch Eisen, um einem Eisenmangel zu begegnen oder vorzubeugen.

Die Wissenschaftler veröffentlichten Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift "Arteriosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.07.17Zum AnfangZurück

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