Depressionen belasten Herz

Depressionen bergen ein Risiko für Herzerkrankungen, das nicht zu unterschätzen ist. Eine deutsche Untersuchung zeigt, dass Depressionen das Herzkreislaufrisiko ähnlich stark erhöhen können wie Fettleibigkeit oder ein erhöhter Cholesterinspiegel. 


Wie stark beeinflussen Depressionen das Risiko für das Herz?

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 350 Millionen Menschen unter Depressionen. Die Erkrankung betrifft aber nicht nur das mentale Befinden, sie kann auch körperliche Auswirkungen haben. Laut Karl-Hinz Ladwig vom Helmholtz Zentrum München ist es inzwischen keine Frage mehr, ob Depressionen das Herzrisiko beeinflussen. Auch umkehrt kommen Depressionen bei Menschen nach einem Herzinfarkt oder mit Herzschwäche gehäuft vor.

Die Frage, die sich dem Wissenschaftler und seinen Kollegen stellte, war jedoch, in welcher Beziehung Depressionen im Vergleich zu anderen bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, hohen Cholesterinwerten, Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck bei Herzerkrankungen stehen. 

Um der Frage auf den Grund zu gehen, analysierten die Forscher die Daten von mehr 3.400 Männern zwischen 45 und 74 Jahren, die an von der WHO 1984 und 1995 initiierten Umfragen im Rahmen der MONICA/KORA-Studie teilgenommen hatten. Ihre Ergebnisse glichen die Forscher mit den nach zehn Jahren vorliegenden Sterbedaten ab. In der Erhebung hatten die Befragten auch Angaben zu ihrem mentalen Befinden gemacht.


Forscher: Bei erhöhtem Herzrisiko nach Depressionen fahnden!

Es zeigte sich, dass Depressionen das Risiko tödlicher Herzinfarkte in vergleichbarem Umfang erhöhten wie die vier klassischen Risikofaktoren. Nur Bluthochdruck und Rauchen erhöhten das Herzrisiko deutlicher. Der Analyse zufolge sind Depressionen für 15 Prozent der Todesfälle aufgrund von Herzinfarkt verantwortlich zu machen. Allerdings bleibt die Art der Studie den Beweis schuldig, dass tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang besteht.

Die Forscher mahnen, Depressionen als Hinweis auf ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko zu bewerten. Besonders bei Herzkreislaufpatienten sei es wichtig, nach einer zusätzlichen Depression zu fahnden. Depressionen ließen sich mit einfachen Tests feststellen. 

Die Studie wurde im Fachmagazin "Atherosclerosis" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.01.17Zum AnfangZurück

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