Cadmium als Gebärmutterkrebsrisiko

Das Metall Cadmium könnte das Risiko für Gebärmutterkrebs erhöhen, warnen US-Forscher. Cadmium kommt in höheren Konzentrationen in Innereien wie Nieren und Leber, Schalentieren und Tabak vor.


Cadmium wirkt auf Schleimhaut wie Östrogen

Eine fünf Jahre andauernde US-Studie ergab, dass Frauen mit höherer Cadmiumbelastung ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Gebärmutterkrebs aufweisen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 11.000 Frauen an Krebs der Gebärmutter, dem Endometriumkarzinom. Endometrium bezeichnet die Innenauskleidung durch die Schleimhaut der Gebärmutter.

"Cadmium wirkt wie das Hormon Östrogen im Körper und imitiert das weibliche Geschlechtshormon", so Forscher der University of Missouri School of Medicine. Das Gebärmutter- beziehungsweise Endometriumkarzinom hängt mit der Östrogenwirkung zusammen. Cadmium fördert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und damit das Risiko der Krebsentstehung.

Die Wissenschaftler hatten über 600 Frauen untersucht, die bereits an Gebärmutterkrebs erkrankt waren, und diese Daten mit einer Kontrollgruppe gesunder Frauen verglichen. Mit 200 Fragen ermittelten die Forscher Risikofaktoren für den Krebs. Urin- und Speichelproben gaben über die Cadmiumbelastung Auskunft. Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie im Journal "PLOS ONE".


Empfehlung: nicht rauchen, wenig Innereien und Schalentiere

Die Wissenschaftler fanden zwischen hohen Cadmiumbelastungen und dem Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, einen Zusammenhang. Bei Frauen mit erhöhten Cadmiumwerten war das Krebsrisiko um 22 Prozent erhöht. Zwar sollten weitere Studien helfen, die Zusammenhänge noch besser zu verstehen, doch empfehlen die Wissenschaftler Frauen auch jetzt schon, die Cadmiumbelastung gering zu halten. 


Besonders das Rauchen trage zur Cadmiumaufnahme bei. Aber auch über die Ernährung ließe sich die Cadmiumbelastung regulieren. Innereien und Schalentiere sollten Frauen zwar nicht grundsätzlich meiden, aber diese auch nicht zu häufig konsumieren. Dies gelte besonders für Frauen, die ein erhöhtes Risiko für den Krebs aufweisen – etwa bei Krebsfällen in der Familie, bei Fettleibigkeit oder einer bestehenden Diabeteserkrankung.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.08.17Zum AnfangZurück

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