Brustkrebs: Grillen besonders ungesund!

Frauen mit Brustkrebs sollten vielleicht nicht zu oft Fleisch grillen, Geräuchertes essen oder Fleisch braten. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dies die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, zu sterben. 


Grillen: Starkes Erhitzen fördert Bildung krebserregender Subtanzen

Studien ergaben bereits einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von gegrilltem, geräuchertem, gebratenen oder frittiertem Fleisch mit der Brustkrebssterblichkeit. Doch auch Frauen, die Brustkrebs überleben, haben ein erhöhtes Risiko infolge der vorgenannten Zubereitungsarten von Fleisch zu sterben, ergab eine aktuelle Untersuchung. Die Studie dazu wurde im "Journal of the National Cancer Institute" veröffentlicht. Bislang war dieser Zusammenhang noch nicht untersucht worden.

Brustkrebs ist die bei Frauen am häufigsten auftretende Krebsart. Todesfälle aufgrund der Krankheit sind heutzutage allerdings dank früherer Diagnosen und verbesserter Therapien gesunken. Dass sich die Lebensspanne aufgrund der Art der Fleischzubereitung von Brustkrebspatientinnen drastisch verkürzen kann, zeigt die Studie von Humberto Parada und Mitarbeitern der University of North Carolina Chapel Hill.

Bereits Untersuchungen an Tieren konnten belegen, dass bei sehr hohen Temperaturen zubereitetes Fleisch etwa durch Grillen oder Braten das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöht, unter anderem auch von Brustkrebs.

Ursache ist, das sich bei hohen Kochtemperaturen krebserregende Stoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und heterozyklische Amine. Diese können Veränderungen des Erbguts hervorrufen, die das Zellentartungsrisiko erhöhen.


Nach der Brustkrebsdiagnose: Vorsicht mit der Fleischzubereitung!

Parada und Kollegen interviewten über 1.500 Brustkrebspatientinnen, die ihre Diagnose 1996 oder 1997 erhalten hatten. Die Frauen machten ausführliche Angaben zu der Häufigkeit des Konsums von gegrilltem, geräuchertem oder gebratenen Fleisch in den vergangenen Lebensjahrzehnten. Sie wurden nach fünf Jahren nochmals dazu befragt.

Innerhalb der folgenden 17,6 Jahre starben 597 Frauen, 237 Todesfälle davon ereigneten sich infolge der Brustkrebserkrankung. Im Vergleich zu Frauen, die über einen geringen Konsum von Grillfleisch, Geräuchertem oder gebratenem Fleisch vor der Diagnose des Krebses berichtet hatten, wiesen jene, die häufig so zubereitetes Fleisch aßen, ein um 23 Prozent größeres allgemeines Todesrisiko auf. Frauen, die häufig geräuchertes Lamm oder Schwein verzehrten, wiesen ein um 17 Prozent höheres allgemeines Sterberisiko und ein um 23 Prozent erhöhtes Risiko für den Tod aufgrund des Brustkrebses auf. 

Nicht entscheidend auf das Sterberisiko wirkte sich dagegen der Fleischkonsum vor der Diagnose der Krebserkrankung aus. Gegrilltes, Geräuchertes und Gebratenes sollte demnach vor allem nach einer Brustkrebsdiagnose nicht häufig gegessen werden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.01.17Zum AnfangZurück

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