Alkohol verändert Hirn Jugendlicher

Exzessiver Alkoholkonsum in der Jugend beeinträchtigt die Hirnentwicklung. Wissenschaftler wiesen eine Verschmälerung der Hirnrinde nach. Das ergaben bildgebende Untersuchungen der Gehirne betroffener Jugendliche.


Anhaltend trinkende Jugendliche büßen Hirnsubstanz ein

Hohe Alkoholmengen in der Jugendzeit bleiben für die Hirnentwicklung offenbar nicht ohne Folgen. Das ergab der Vergleich der Gehirnstruktur von jungen und anderweitig gesunden jungen Menschen, die in ihrer Jugend anhaltend exzessiv getrunken hatten oder nicht. Ergebnisse der finnischen Untersuchung veröffentlichte das Fachmagazin "Addiction". Die Studienteilnehmer hatten an drei verschiedenen, zehn Jahre andauernden Querschnittsstudien teilgenommen und waren zu Studienbeginn 13 bis 18 Jahre alt.

Der Alkoholkonsum trinkender Jugendlicher war oft schwer und hielt über zehn Jahre lang an. Dennoch hatte keiner die Diagnose einer Alkoholkrankheit erhalten. Teilnehmer, die in der Jugend getrunken hatten und jene, die dies nicht taten, unterschieden sich nicht in ihrem akademischen Erfolg oder in der Häufigkeit des Auftretens mentaler Erkrankungen.

In der Bildgebung des Gehirns zeigten sich jedoch Unterschiede. Schwer Trinkende wiesen in verschiedenen Hirnbereichen weniger graue Hirnsubstanz in zwei Hirnbereichen auf, darunter auch vordere Hirnareale.


Hirnveränderung könnten sich zurückbilden

"Die Hirnreifung erstreckt sich über die ganze Jugendzeit bis Anfang 20, so die Studienautoren. Besonders in der Studie verändert gefundene Hirnareale entwickeln sich bis zum jungen Erwachsenenalter. Schwerer Alkoholkonsum kann den Reifungsprozess offenbar stören.

Der zweite, durch Alkoholkonsum in der Jugend veränderte Hirnbereich ist für die Impulskontrolle und eine spätere Suchtentwicklung bedeutsam. Veränderungen in diesem Bereich könnten eine eingeschränkte Empfindlichkeit gegenüber der Wirkung von Alkohol reflektieren und einem späteren Drogenmissbrauch Vorschub leisten. 

Die genauen Ursachen der Hirnveränderungen bleiben allerdings unklar. Möglicherweise sind diese auch rückläufig, wenn der Alkoholkonsum eingestellt wird. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.12.16Zum AnfangZurück

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