Der richtige Umgang mit Demenzkranken

Demenz gilt als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen der Zukunft. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums sind derzeit in Deutschland 1,6 Millionen Menschen an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz erkrankt. Nach Hochrechnungen solle die Zahl der Erkrankten bis zum Jahr 2050 auf 3 Millionen anwachsen.

Aufgrund der wachsenden Problematik werden immer mehr Stimmen auch aus dem Kreis der Betroffenen und ihrer Angehörigen laut, wie eine sinnvolle Unterstützung der Demenzkranken erfolgen solle. Fakt ist, dass sich die Behandlungen bisher immer eher an Menschen orientiert haben, die sich bereits im Spätstadium einer solchen Erkrankung befinden und stark eingeschränkt sind. 

So beklagt Peter Wißmann, wissenschaftlicher Leiter des gemeinnützigen Zentrums "Demenz Support Stuttgart", dass für Demenzkranke bewusst eine Parallelwelt geschaffen werde. Während ständig nach der Inklusion, der Einbeziehung Demenzkranker in die Gesellschaft gerufen würde, konzentriere man sich seit Jahren auf die Schaffung unzähliger Spezialangebote, die die Erkrankten bewusst aus der Gesellschaft herausnehmen und in Spezialeinrichtungen mit inszenierter Wirklichkeit halten würde. 

Wir brauchen keine Bushaltestellen im Stationsflur und ganze Demenzdörfer, die die Erkrankten in einer abgeschotteten Kunstwelt halten und sie von einer Therapie in die nächste schieben, wie es in der Altenhilfe der Fall ist. Was wir brauchen, so Wißmann, ist eine Betreuung von Anfang an. Es gilt, die Menschen auch mit beginnender Demenz aufzufangen und zu begleiten, um sie möglichst lange am normalen Leben teilhaben zu lassen und ihnen zu helfen, mit dem zunehmenden Verlust des Kurzzeitgedächtnisses im Alltag zurechtzukommen.

Ähnlich wie in der Behindertenbetreuung, wo die Hilfe zur Selbsthilfe großgeschrieben wird, gilt es von den Separatveranstaltungen wegzukommen und die Menschen so lange wie möglich mitten in die Gesellschaft zu integrieren. Mit einer persönlichen Betreuung ließen sich leichtere Beeinträchtigungen gut in den Griff bekommen.

Quelle: Silke Funk29.05.18Zum AnfangZurück

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