Zöliakie erhöht Magersuchtrisiko

Zöliakie und Magersucht werden häufig bei jungen Menschen, besonders Frauen, diagnostiziert. Offenbar erhöht eine Zöliakiediagnose in jungen Jahren das Risiko einer Magersuchtentwicklung, finden Forscher heraus.


Zöliakie wird meist erst spät diagnostiziert

Bei der Zöliakie handelt es sich um eine entzündliche Darmerkrankung. Aufgrund einer Unverträglichkeit des Eiweißes Gluten entwickeln Betroffene entzündliche Veränderungen im Bereich des Dünndarms. Es scheinen etwas mehr Frauen zu erkranken. Zöliakie wird oft erst verspätet diagnostiziert, denn die Beschwerden sind unspezifisch und können auch auf andere Krankheiten hinweisen. 

Die Magersucht betrifft gut ein Prozent junger Mädchen und Frauen. Gemeinsamkeit beider Krankheiten ist, das überwiegend junge Frauen betroffen sind. Forscher vermuteten einen Zusammenhang zwischen beiden Störungen und untersuchten fast 18.000 schwedische Frauen, die zwischen 1969 und 2008 eine Zöliakiediagnose erhalten hatten. Durchschnittlich waren die Teilnehmerinnen zum Zeitpunkt der Diagnose 28 Jahre alt. Nur bei gut 350 Frauen war die Zöliakie schon mit 17 Jahren festgestellt worden.


Zöliakie erhöht Magersuchtwahrscheinlickeit um das Doppelte

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von fast 90.000 Frauen ohne Zöliakie entwickelten jene mit der Krankheit wahrscheinlicher eine Magersucht. Frauen im Alter von etwa 20 Jahren, bei denen eine Zöliakie diagnostiziert worden war, erkrankten doppelt so wahrscheinlich an einer Magersucht wie Frauen ohne Glutenunverträglichkeit. War die Zöliakie vor dem 20. Lebensjahr festgestellt worden, war die Wahrscheinlichkeit für die Essstörung um das 4,5-fache erhöht.

Die gegenseitige Beziehung beider Krankheiten ist unklar und kann anhand dieser Studie auch nicht geklärt werden. Möglicherweise erhalten Frauen mit Zöliakie häufiger zunächst die Fehldiagnose einer Magersucht, so die Forscher. Beide Krankheiten könnten ähnliche Symptome aufweisen. Wichtig wäre, an beide Krankheiten besonders bei jungen Frauen zu denken und diese abklären zu lassen. Die Forscher veröffentlichten ihre Studie im Fachjournal "Pediatrics". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.04.17Zum AnfangZurück

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