Zikainfektion führt zu Gelenkdeformation

Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert wurden, können schwere Geburtsdefekte wie Gelenkdeformitäten aufweisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im "British Medical Journal".


Zikavirusinfektionen können unbemerkt bleiben

Eine Zika-Infektion beim Menschen entsteht vor allem durch Stiche durch infizierte Mücken. Auch Übertragungen durch Sex sind möglich. Verbreitet sind die Mücken vor allem in den Tropen und Subtropen. Die Infektion beim Menschen bleibt oftmals unbemerkt. Kommt es zu Beschwerden, stehen meist Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Konjunktivitis, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen im Vordergrund. Die Beschwerden sind meist mild und halten nur wenige Tage lang an.

Gefährdet sind in erster Linie schwangere Frauen beziehungsweise deren Nachwuchs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete Zikaviren dieses Jahr als gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite, nachdem der Nachweis erbracht war, dass Kinder infizierter Schwangerer Hirnfehlbildungen entwickeln können. Die Kinder können mit einem zu kleinen und deformierten Kopf zur Welt kommen. Man spricht von Mikrozephalie. Diese beinhaltet Gehirnschäden und Entwicklungsverzögerungen.


Nervensystem für deformierte Gelenke verantwortlich?

Zwei Studien ergaben jetzt, dass Zikavirusinfektionen in der Schwangerschaft auch zu Gelenkfehlbildungen bei den Kindern führen können. Bei der angeborenen Erkrankung sind die Gelenke deformiert und auch nur eingeschränkt beweglich.

Die deformierten Gelenke befinden sich meist an Armen oder Beinen, doch können auch andere Gelenke betroffen sein. Ursachen der Gelenkdeformität liegen wahrscheinlich im Nervensystem und nicht in den Gelenken selbst. Beeinträchtigt sind Nervenzellen, die die Muskelbewegung steuern.

Zikaviren sind auch mögliche Auslöser des sogenannten Guillain-Barré-Syndroms. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit Muskelschwäche und Lähmungen einhergehen kann. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.08.16Zum AnfangZurück

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