Zelltransplantationen lindern Huntington-Krankheit

Die Huntington-Krankheit (Chorea Huntington, Veitstanz) ist eine der häufigsten erblichen Hirnerkrankungen. Bisher gibt es keine ursächliche Therapie, die den Krankheitsverlauf stoppen kann. Betroffene leiden zunehmend an Bewegungsstörungen und dem Verlust ihrer kognitiven Fähigkeiten. Neue Untersuchungen könnten nun aber eine große Rolle in zukünftigen Behandlungen spielen.


Zelltransplantationen verlangsamen das Fortschreiten der Symptomatik

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen nutzen für ihre Untersuchungen Mäuse, die an der Huntington-Krankheit litten. Die Forscher injizierten den Tieren Gliazellen, die im Nervensystem vorkommen und für den Schutz und die Ernährung von Nervenzellen zuständig sind. Außerdem sind sie an der Aufrechterhaltung des Stoffgleichgewichts im Gehirn beteiligt. Da es bei der Huntington-Krankheit zu Ungleichgewichten des Kaliumhaushalts im Hirn kommt, hofften die Forscher den Krankheitsverlauf mit Gliazellinjektionen verlangsamen zu können.

Leiter der Untersuchungen, Professor Steven Goldman, ist von den positiven Ergebnissen seiner Studie überrascht. Da die Tiere nach den Injektionen eine verlängerte Lebenserwartung aufwiesen und eine mildere Symptomatik zeigten, könnten Gliazellen in der zukünftigen Therapie der Erkrankung eine wichtige Rolle einnehmen.


Gliazellen stehen in enger Verbindung mit der Krankheit

In ihrer aktuellen Studie konnten die Forscher zeigen, dass an Huntington erkrankte Mäuse mithilfe gesunder menschlicher Gliazellen eine Linderung ihrer Symptomatik erfuhren. Frühere Untersuchungen zeigten außerdem, dass gesunde Mäuse nach Injektionen von Gliazellen an Huntington erkrankter Menschen Symptome der Krankheit entwickelten.

Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob die Injektionen auch bei älteren Mäusen mit stark ausgeprägter Huntington-Symptomatik Linderung schaffen. Fallen die Ergebnisse ebenso positiv aus wie die aktueller Versuche, wollen die Wissenschaftler zukünftig auch Studien mit menschlichen Patienten durchführen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.06.16Zum AnfangZurück

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