Yoga reduziert Demenzrisiko

Nur drei Monate regelmäßiges Yoga und Meditation – das reicht offenbar schon aus, um das Risiko eines milden geistigen Abbaus bei Senioren zu senken, zeigt eine Untersuchung. Eine leichte kognitive Störung gilt als Wegbereiter für die Entwicklung einer Demenz.


Forscher testen verschiedene Arten des Hirntrainings

Die leichte kognitive Störung (Mild Cognitive Impairment, MCI) ist durch leichte Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit gekennzeichnet. Es stellen sich möglicherweise auffällige Probleme bei der Erinnerung und beim Denken ein. Doch beeinflussen diese leichten Veränderungen noch nicht die Unabhängigkeit oder die Alltagsaktivitäten. Verschlimmern sich die Symptome mit der Zeit, ist das Risiko einer Alzheimerdemenz oder andere Demenzerkrankungen erhöht. Experten empfehlen bei milden geistigen Einschränkungen das Gehirn zu fordern und zu trainieren, um einer Demenz vorzubeugen. Geeignet sind z. B. Denkaufgaben oder Kreuzworträtsel.

Eine im Journal "Alzheimer's Disease" veröffentlichte kleine Studie ergab nun, dass Yoga und Meditation bei Senioren die geistige Leistungsfähigkeit verbessern können. In der Untersuchung hatte die Hälfte von 25 Personen über 55 Jahre an einem zwölfwöchigen Behandlungsprogramm teilgenommen. Einmal pro Woche erhielten sie eine einstündige Yogasitzung. Zudem meditierten sie täglich 20 Minuten. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer nahm an einem Training zur Verbesserung der Erinnerungsfähigkeit teil. Sie machten einmal pro Woche Kreuzworträtsel oder Computerspiele und 20 Minuten am Tag Übungen für das Gedächtnis.


Yoga und Meditation fördern Hirnverbindungen

Beide Gruppen wiesen Verbesserungen im Bereich der Worterinnerung auf und konnten sich Namen oder eine Liste von Wörtern besser merken. Doch Senioren, die sich regelmäßig in Yoga und Meditation geübt hatten, konnten sich auch besser orientieren und an Orte erinnern. In dieser Gruppe ließen sich auch weniger Angst und Depressionen nachweisen. Zudem zeigten sie verbesserte Bewältigungsstrategien und waren gegenüber Stress nicht so anfällig.

Es zeigte sich, dass die Yogagruppe statistisch signifikante Verbesserungen im Bereich der Nervenverbindungen im Gehirn aufwiesen. Die Forscher halten Meditation und Yoga für geeignete Maßnahmen, um die geistige Fitness zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.05.16Zum AnfangZurück

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