Wie viel Fisch in der Schwangerschaft ist erlaubt?

Viele schwangere Frauen essen in der Schwangerschaft weniger Fisch. Grund ist oftmals die Angst vor einer hohen Quecksilberbelastung, die der Entwicklung des Kindes schaden könnte. Der Nutzen des Fischkonsums ist größer als die Risiken, meinen nun US-Forscher.

 

 

Studie an Müttern mit hohem Fischkonsum

 

Nach derzeitigen Empfehlungen der Food and Drug Administration (FDA) sollen schwangere Frauen nicht mehr als zweimal wöchentlich Fisch essen. Wenn auch nicht bewiesen, fürchten Experten eine zu hohe Quecksilberbelastung, die die Kindesentwicklung stören könnte. Andererseits enthält Fisch gesunde Bestandteile wie Fettsäuren, die besonders für die Hirnentwicklung des Kindes wichtig sind. US-Forscher analysierten nun die Daten einer großen bevölkerungsbasierten Studie an Bewohnern der Seychellen, die durchschnittlich zehnmal soviel Fisch zu sich nehmen wie US-Amerikaner oder Europäer. Ergebnisse veröffentlichten sie im "American Journal of Nutrition".

 

Über 1.500 Mütter und Kinder nahmen an der Studie teil. Die Entwicklung der Kinder wurde anhand von verschiedenen Kommunikationsfähigkeiten, Verhalten und motorischen Fertigkeiten untersucht. Die Kinder wurden ab 20 Monate nach der Geburt bis zum Alter von über 20 Jahren untersucht. Haarproben der Mütter während der Schwangerschaft ließen eine Bestimmung der Quecksilberbelastung in der Schwangerschaft zu.

 

 

 Fischfette für Entwicklung förderlich

 

Zwischen vorgeburtlicher Quecksilberbelastung und geringeren Testwerten bei der kindlichen Entwicklungsprüfung ließ sich keine Verbindung herstellen. Bis ins Erwachsenenalter hinein ergab sich zwischen dem Fischkonsum schwangerer Frauen und einer gestörten neurologischen Entwicklung beim Nachwuchs kein Hinweis auf einen Zusammenhang.

 

Jedoch zeigte sich ein Zusammenhang der Entwicklung mit der Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren durch den Fischkonsum. Kinder von Müttern mit höheren Werten an Omega-3-Fettsäuren schnitten in einigen Tests besser ab.

Eine andere mehrfach ungesättigte Fettsäure, die Omega-6-Fettäure, die häufiger in Fleisch und Bratölen vorkommt und in den USA und Europa vermehrt konsumiert wird, ist dagegen mit einer Förderung von Entzündungen assoziiert. Kinder von Müttern mit hohen Werten an diesen Fettsäuren schnitten vor allem in motorischen Tests schlechter ab als Kinder mit hohen Werten an Omega-3-Fettsäuren.

 

Die Forscher vermuten, dass der Zusammenhang zwischen Nährstoffen und Quecksilber wesentlich komplexer ist als bislang vermutet. Sie fordern weitere Untersuchungen zum Thema. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.02.15Zum AnfangZurück

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