Wenn Getreide krank macht

Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit können die Krankheit an ihre Kinder vererben. Deshalb sollten betroffene Eltern bei ihrem Nachwuchs besonders vorsichtig sein, rät Sofia Beisel von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft. Grundsätzlich sollten alle Kinder glutenhaltige Nahrung erst ab dem vierten Monat bekommen. «Gluten ist für noch jüngere Kinder nicht so besonders gut verdaulich.» Eltern, die selbst kein Gluten vertragen, sollten den Kinderarzt zusätzlich auf ihre Erkrankung hinweisen und das Baby früh testen lassen. Etwa jeder zehnte Betroffene mit Kind vererbt die Unverträglichkeit.

In der Welt-Zöliakie-Woche vom 12. bis zum 19. Mai macht der Verband auf die bei vielen lange unentdeckt bleibende Krankheit aufmerksam. Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) sei gerade wegen der vielfältigen Symptome schwer zu diagnostizieren, erklärte Beisel. Verdauungsprobleme, Verstopfung und Durchfall seien die häufigsten Anzeichen. Wer die Unverträglichkeit zu lange bewusst oder unwissend ignoriert, könne auch Folgeerkrankungen bekommen, wie Blutarmut oder Osteoporose. Bestätigen lasse sich ein Verdacht nur beim Arzt. Der untersuche zunächst das Blut. Verhärte sich der Verdacht dabei, entnehme er eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm.

Heilung durch Verzicht: Nach der Diagnose ist die einzige Therapie die glutenfreie Diät - «und zwar strikt und lebenslang», warnte Beisel. Selbst wenn die Symptome nur schwach seien und vielleicht gar nicht störten, sollten Menschen mit Zöliakie vollständig auf Lebensmittel mit Gluten verzichten, weil die Symptome sonst stärker werden könnten. «Die Zöliakie ist stark assoziiert mit anderen Autoimmunerkrankungen, mit der Diabetes oder bestimmten Schilddrüsenerkrankungen, so dass man denen dadurch eventuell auch Vorschub leisten würde.»

Verzicht ist gar nicht so schwer. Gluten ist kennzeichnungspflichtig. Fänden Betroffene in der Zutatenliste auf der Rückseite der Lebensmittel-Verpackung kein Gluten, könnten sie es auch bedenkenlos essen. Viele Supermärkte hätten sogar spezielle glutenfreie Produkte mit Ersatzzutaten wie Mais oder Soja.

Quelle: Gespräch: Johanna Uchtmann, dpa10.05.12Zum AnfangZurück

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