Weniger Antibiotika bei Mittelohrentzündungen

Nicht alle Kinder mit einer Mittelohrentzündung benötigen Antibiotika, denn oftmals heilt die Erkrankung auch ohne diese Medikamente aus oder die Ursache der Entzündung sind Viren. Eine verantwortungsvoller Umgang mit diesen Arzneien ist wichtig...

 

 

Antibiotika gegen Viren unwirksam

 

Experten kritisieren den übermäßigen und unnötigen Einsatz von Antibiotika. Laut Techniker Krankenkasse (TK) verschreiben die meisten Ärzte die Medikamente Kindern aufgrund von Mittelohrentzündungen aber verantwortungsvoll.

 

Antibiotika sind Medikamente, die den Stoffwechsel von Bakterien stören und sie so an der Vermehrung oder dem Weiterleben hindern. Sie sind also allenfalls bei Entzündungen angezeigt, die von Bakterien verursacht sind. Sind Viren die Ursache, können Antibiotika nicht helfen. Akute Mittelohrentzündungen können sowohl bakteriell als auch viral verursacht sein.

 

65 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die bei der TK versichert sind, wiesen eine bakterielle Entzündung des Mittelohres auf, ergab eine Untersuchung der Krankenkasse. Mit 75 Prozent erhielten deshalb am häufigsten unter dreijährige Kinder Antibiotika. Älteren Kindern und Jugendlichen mit bakterieller Entzündung wurde in 65 Prozent der Fälle ein Antibiotikum verschrieben.

 

 

Schmerzmittel und Nasentropfen bei viraler Mittelohrentzündung

 

Das zeigt, dass nicht jeder mit einer bakteriellen Entzündung des Mittelohres ein Antibiotikum benötigt und Ärzte die Medikamente oftmals verantwortungsvoll verschreiben.

Andererseits erhalten noch immer 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit viraler Mittelohrentzündung ein Antibiotikum. Die unbegründete Verordnung der Medikamente bei viralen Entzündungen stellt eine unnötige Belastung für den Patienten dar und leistet der Resistenzentwicklung und Verbreitung gefährlicher Keime Vorschub. Entzündliche Erkrankungen, die von antibiotikaresistenten Keimen ausgelöst werden, sind nur noch schwer mit Antibiotika zu behandeln und deshalb besonders gefährlich.

 

Bei Virusentzündungen des Mittelohrs eigenen sich dagegen Schmerzmittel und Nasentropfen, die die Schleimhäute anschwellen lassen und für eine bessere Belüftung des Ohres sorgen. Nach wenigen Tagen sollte sich so eine Besserung der Beschwerden einstellen. Ein Kontrolltermin beim Arzt ist in jedem Fall empfehlenswert.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.03.15Zum AnfangZurück

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