Weniger Schlaf durch Elektrizität

Frühere Menschen von Jäger- und Sammlergesellschaften schliefen länger als der moderne Mensch. Woran das liegt, klärten US-Biologen: Ohne Elektrizität gibt es kein künstliches Licht, das länger wach hält und das Schlafmuster beeinträchtigt.

 

Den Vergleich der täglichen Schlafdauer bei einem traditionellen Leben als Jäger und Sammler mit modern lebenden Menschen stellten Forscher der Universität von Washington an. Demnach kostet das moderne Leben mindestens eine Stunde Schlaf pro Nacht.

 

 

Vergleich von indigenen Bevölkerungen

 

Ursache ist der Zugang zu Elektrizität und damit künstlichen Lichtquellen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Journal of Biological Rhythms". Solche Zusammenhänge haben sich in verschiedenen Studien bereits unter Laborbedingungen gezeigt, der Nachweis unter natürlichen Lebensbedingungen ist allerdings neu.

 

Dafür hatten die Forscher zwei heute noch in Argentinien lebende indigene Gesellschaften von Jägern und Sammlern untersucht und miteinander verglichen. Die benachbarten Stämme unterschieden sich vor allem in einem: Die eine hat immer Zugang zu Strom und Licht, die andere nicht. Letztere ist also immer noch vom Tageslicht abhängig.

 

Die Mitglieder des Stammes mit elektrischem Licht schliefen durchschnittlich eine Stunde weniger pro Nacht. Ursache war vor allem die Nutzung von Licht in den Abendstunden, sodass sich die Schlafzeit nach hinten verlegt.

 

 

Licht am Abend stört Schlaf

 

Beide Gruppen schliefen im Winter länger als im Sommer. Die Forscher nehmen an, dass die in den beiden Gruppen indigener Stämme gefundenen Unterschiede geringer sind als die zwischen früher lebenden Zivilisationen und dem heutigen modernen Mensch. Dieser ist vielfältigen Lichtquellen ausgesetzt, die den Schlaf erheblich beeinflussen.

 

Studien haben gezeigt, dass künstliches Licht den Tag-Nacht-Rhythmus unterbrechen kann, besonders wenn Menschen in den Abendstunden Licht ausgesetzt sind. Problematisch ist vor allem auch das Licht, das von Bildschirmen ausgeht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.07.15Zum AnfangZurück

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