Schlafstörung: Erwacht von Explosionen

Wer aus dem Schlaf gerissen wird, weil er laute Geräusche wie Explosionen, Türenknallen oder Feuerwerk hört, bekommt einen gewaltigen Schreck - vor allem, wenn dieses Geräusch gar nicht real ist. Das Explodierende Kopf Syndrom (EHS) ist gar nicht so selten, aber nicht gefährlich.

 

 

Explodierendes Schlaf Syndrom auch bei jüngeren Menschen

 

Häufig in der Phase des Einschlafens schrecken Betroffene auf, weil sie ein überlautes Geräusch hören, dass zunächst nicht zuzuordnen ist. Der Schreck fährt in die Glieder, Angst und Verwirrung sind typisch. Relativ unbekannt und wenig erforscht ist das EHS, eine Schlafstörung, die als harmlos gilt.

 

Bislang glaubte man, dass vor allem ältere Menschen davon betroffen sind. US-Forscher fanden nun heraus, dass auch ungeahnt viele junge Menschen unter der Störung leiden. Einer von fünf unter 211 Collegestudenten hatte bereits mindestens einmal die Erfahrung des schreckhaften Erwachens aufgrund von lauten Geräuschen gemacht. Manche empfanden dies als so schlimm, dass sie ihr Leben beeinflusst sahen.

 

Außerdem hatte mehr als ein Drittel der Studenten mit EHS-Erlebnissen zusätzlich ein paralytisches Schlafsyndrom (Schlaflähmung). Bei dieser Schlafstörung können Betroffene nach dem Erwachen nicht sprechen oder sich bewegen. Menschen mit dieser Störung träumen mit offenen Augen.

 

 

Schlafstörung als ungefährlich eingestuft

 

Manche Menschen sind so geschockt von den Erlebnissen, dass sie nicht einmal den engsten Vertrauten davon berichten. Eine zielgerichtete Behandlung ist bislang nicht verfügbar. Behandlungsversuche mit antidepressiv oder antiepileptisch wirksamen Medikamenten oder Kalziumantagonisten können die Lautstärke der Geräusche vielleicht dämpfen.

 

Besonders wichtig für Betroffene ist aber zu wissen, dass die Schlafstörung im Grunde harmlos ist. Das ist oftmals schon erleichternd. Manche Betroffene aber werden auch mehrfach pro Nacht durch das schreckhafte Erwachen gequält, sodass Ängste vor dem Zubettgehen entstehen und man von einer ernsthaften Schlafstörung ausgehen kann.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.04.15Zum AnfangZurück

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