Einsamkeit macht schlaflos

Unter Einsamkeit kann auch der Schlaf junger Menschen leiden, fanden britische Forscher heraus. Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme sind mögliche Folgen von Einsamkeit.


Junge Menschen sind häufig einsam

Einsamkeit definieren Forscher als ein betrübliches Gefühl, das Menschen verspüren, wenn sie ihre Beziehungen nicht als erfüllend genug ansehen. Einsamkeit ist nicht dasselbe wie soziale Isolation, bei der Betroffene unter Umständen nicht unglücklich sein müssen. Es ist auch nicht dasselbe wie sich einsam zu fühlen, obwohl man von vielen Menschen umgeben ist.

Einsamkeit ist bei älteren Menschen gut untersucht. An junge Menschen denken die meisten aber nicht. Tatsächlich handelt es sich aber um ein häufiges Problem junger Leute zwischen 18 und 34 Jahre, zeigen Zahlen der britischen Mental Health Foundation. Allerdings ist wenig darüber bekannt, mit welchen gesundheitlichen Störungen Einsamkeit in jungen Jahren einhergeht.

Forscher des King's College London untersuchten die Daten von über 2.200 Zwillingen, die an einer Langzeitstudie teilgenommen hatten. In der "Environmental Risk Longitudinal Twin Study" waren Fragen wie "Wie oft fühlen Sie sich ausgeschlossen?" oder "Wie oft fühlen Sie sich von anderen isoliert?" oder "Wie oft fühlen Sie sich allein?"


Einsame junge Menschen sind müder und unkonzentrierter

Zusätzlich wurde die Schlafqualität der vergangenen vier Wochen untersucht. Von Interesse war etwa die Zeit bis zum Einschlafen, die Schlafdauer und Schlafunterbrechungen sowie die Befindlichkeit am Tag in Bezug auf Müdigkeit oder Konzentration.

25 bis 30 Prozent der untersuchten jungen Menschen gaben an, manchmal einsam zu sein. Weitere fünf Prozent fühlten sich häufig einsam. Zwischen Einsamkeit und der Schlafqualität bestand ein Zusammenhang. Junge Leute, die sich einsam fühlten, schliefen schlechter. Sie fühlten sich zu 24 Prozent müder als jene, die nicht einsam waren. Auch die Konzentration litt.

Die Forscher vermuten, einsame Menschen könnten schlechter schlafen, weil sie sich nicht sicher fühlten. Biologische Prozesse könnten die Verbindung zwischen Einsamkeit und schlechtem Schlaf erklären helfen. Zum Beispiel könnten die Stresshormone einsamer Menschen erhöht sein.

Viele der untersuchten jungen Leute waren Studenten, die außerhalb ihres Zuhauses studierten. Dies könnte Einsamkeit fördern. Die Forscher appellieren, Einsamkeit und die psychische Befindlichkeit junger Menschen ernst zu nehmen, um frühzeitig einzugreifen und möglichen gesundheitlichen Konsequenzen vorzubeugen. Die Studie wurde im Journal "Psychological Medicine" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.05.17Zum AnfangZurück

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