Cannabis kann Stress lindern

Viele Menschen, die Marihuana beziehungsweise Cannabis gebrauchen, berichten über eine entspannende Wirkung und eine Abnahme von Stress. Diese Wirkung belegen auch Forscher, aber nur bei geringen Dosen der Droge.


Forscher untersuchen entspannende Wirkung von Cannabis

Die Wirkung von Cannabis in positiver wie auch negativer Hinsicht nahmen Wissenschaftler der Universität von Illinois genauer unter die Lupe. Sie wollten wissen, ab welcher Dosis welche Wirkungen dominieren und untersuchten die stressreduzierende Wirksamkeit an gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 40 Jahren. Die Teilnehmer hatten bereits Erfahrungen mit der Droge gemacht, nutzten sie aber nicht regelmäßig.

Eine Gruppe erhielt eine geringe Dosis von 7,5 Milligramm des aktiven Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) aus Cannabis in Form einer Kapsel. Eine weitere Gruppe nahm eine moderate Dosis von 12,5 Milligramm ein und eine dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe und erhielt eine Kapsel mit Plazebo.

Die verabreichten Mengen an THC entsprachen denen weniger Züge von gerauchtem Cannabis. 


Aktiver Wirkstoff in Droge kann auch zu Stress führen

Studienteilnehmer, die geringe Dosen der Droge erhielten, zeigten im Vergleich zu Probanden mit Plazebobehandlung in Tests eine Abnahme von Stress. Höhere Dosen von THC förderten aber eine schlechte Stimmung und die Teilnehmer waren weniger entspannt. Während gestellter Aufgaben benötigten die Studienteilnehmer mit höheren Dosen an THC mehr Pausen.

Cannabis kann Stresssymptome, Angst und Spannung reduzieren, so die Forscher. Dies ist aber vor allem bei geringen Dosen der Fall. Die Droge kann aber auch gegenteilig wirken, wenn die Dosis höher ist. Dann stehen möglicherweise Angst und Anspannung im Vordergrund. 

Offenbar ist die Wirkung von THC, das zunehmend auch in medizinischen Behandlungen eingesetzt wird, dosisabhängig. Besonders aufgrund des therapeutischen Einsatzes des Wirkstoffes sei eine bessere Kenntnis der Wirkungen und Nebenwirkungen von THC wichtig, so die Wissenschaftler.

Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Drug and Alcohol Dependence".

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.06.17Zum AnfangZurück

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