Weißfleckenkrankheit: Medikament hilft

Die sichtbaren depigmentierten Hautstellen bei der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) belasten Betroffene vor allem psychisch. Ein aus der Therapie der Rheumatoiden Arthritis bekanntes Medikament hilft bei der Repigmentierung der Haut. Mit einem Bericht über eine erfolgreich behandelte Patientin machen US-Forscher Betroffenen nun Hoffnung.

 

 

Neuer "alter" Wirkstoff auch bei Haarverlust wirksam

 

Vitiligo ist eine häufige Hauterkrankung, bei der die Haut ihre Pigmentierung bzw. Farbe verliert. Es entstehen auffällige unpigmentierte weiße Hautareale, die an Händen, Hals und Gesicht natürlich für jeden sichtbar sind. Entsprechend hoch ist die psychische Belastung Betroffener. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht sicher geklärt. Vermutet werden erbliche Einflüsse, ein autoimmunes Krankheitsgeschehen, wobei das eigene Immunsystem Körperzellen angreift, Störungen des Zellstoffwechsels u.a.

 

Behandlungen etwa mit Kortisoncremes oder UV-Licht sind nicht befriedigend wirksam. Jüngste Forschungen brachten Wissenschaftler der Yale University auf die Idee, dass ein bekanntes Medikament gegen Rheumatoide Arthritis wirksam sein könnte. Bereits bei einer anderen Erkrankung, der Alopecia areata, hatten die Forscher mit dem Wirkstoff Tofacitinib Erfolge erzielt. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem kompletten Haarverlust in Arealen der Kopfhaut.

 

 

Repigmentierung schon in den ersten zwei Monaten

 

Ihre Hypothese testeten sie an einer 53-jährigen Patienten, deren Gesicht, Hände und Körper von der Weißfleckenkrankheit betroffen waren. Im Jahr vor der Behandlung hatte die Anzahl der weißen Flecken zugenommen.

 

Schon innerhalb der ersten zwei Monate nach Behandlungsbeginn kam es zu einer teilweisen Repigmentierung der Flecken an Händen, Armen und Gesicht. Nach fünf Monaten waren die Flecken im Gesicht weitgehend verschwunden, einige waren im Bereich des Körpers noch vorhanden. Das Medikament war bei der Patientin mit keinen Nebenwirkungen verbunden.

 

Die Forscher möchten nun eine klinische Studie mit dem Wirkstoff bzw. verwandten Stoffen durchführen. Die Fallbeschreibung veröffentlichten sie im Fachblatt "JAMA Dermatology". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.07.15Zum AnfangZurück

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