Was Lärm mit Bauchfett zu tun hat

Menschen, die in lärmbelasteten Gebieten wohnen, weisen einen höheren Bauchumfang auf als jene, die ruhig wohnen. Ist die ungesunde Fettspeicherung eine weitere "Nebenwirkung" von Lärm? Lärm schadet nämlich nicht nur den Ohren und dem Schlaf, sondern dem ganzen Organismus, zeigten bereits verschiedene Studien.

 

 

Hoher Bauchumfang bei Lärmbelastung

 

Lärm kann sich auf die Gesundheit negativ auswirken. Studien zeigen, dass Lärm das Herzkreislaufsystem schädigt, indem er die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) fördert, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Eine überraschende Beziehung zu Lärm wiesen schwedische Forscher nach. Sie fanden bei Menschen, die Verkehrslärm oder Fluglärm ausgesetzt waren, einen höheren Bauchumfang als bei Menschen, die in ruhigeren Gebieten lebten. Ergebnisse veröffentlichte das Journal "Occupational and Environmental Medicine".

 

Die Forscher hatten über 5.000 Menschen untersucht. Mit jeder Zunahme des Geräuschpegels um 5 Dezibel nahm der Bauchumfang demnach um 0,21 Zentimeter zu. Besonders Straßen- und Fluglärm wirkten sich negativ aus. Ein besonders hohes Risiko für einen großen Bauchumfang wiesen Menschen auf, die gleich mehreren Geräuschbelastungen ausgesetzt waren.

 

Einen weiteren Faktor konnten die Wissenschaftler ausmachen, der das Risiko eines erhöhten Bauchumfanges beeinflusste. Es zeigte sich eine Verbindung zwischen Verkehrslärm und einem Alter von unter 60 Jahren.

 

 

Stress als mögliche Ursache

 

Ob Lärm die Ursache eines erhöhten Bauchumfanges ist, kann die Studie nicht abschließend belegen, aber natürlich besteht allein aufgrund des Nachweises der Beziehung zwischen Lärm und Bauchumfang der Verdacht. Möglicherweise ist Lärm ein Stressfaktor, der zu körperlichen Reaktionen wie einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Kortisol führt. Kortisol führt vermutlich zu einer vermehrten Einlagerung von Fett im Bauchbereich.

 

Fetteinlagerungen im Bauchbereich gelten als besonders ungesund, weil mit ihnen Stoffwechselstörungen in Verbindung stehen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.06.15Zum AnfangZurück

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