Vorsicht mit Schmerzmedikamenten!

Schmerzmedikamente gegen entzündliche Erkrankungen und Fieber können der Gesundheit gefährlich werden. Sogenannte Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID) haben vielfältige Nebenwirkungen und können sogar dem Herzen schaden, warnen Wissenschaftler.


Forscher: Individuelles Risiko vor Einnahme der Schmerzmittel prüfen

Häufig angewendete Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac sind mit häufigen Nebenwirkungen verbunden und sollten nicht langfristig angewendet werden, wenn dies nicht unbedingt nötig ist. Neben der Gefahr von Magengeschwüren kann diese Sorte von Medikamenten auch den Blutdruck erhöhen. Die oftmals bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzten NSAID sind unter Umständen auch für das Herz gefährlich, weiß Morton Schmidt der Aarhus University. Da jährlich etwa 15 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Ländern ein Rezept über die Schmerzmedikamente erhalten, ist die Kenntnis zu möglichen Nebenwirkungen sehr wichtig.

Schmidt legt in Zusammenarbeit mit 14 Universitäten und Krankenhäusern die Ergebnisse einer Studie zugrunde, die im "European Heart Journal" veröffentlicht wurde. Beteiligt waren auch führende europäische Herzspezialisten. Ziel der Untersuchung war die Identifikation von Nebenwirkungen von NSAID bei Herzpatienten bzw. Patienten mit Herzgefäßerkrankung. Die European Society of Cardiology formuliert aufgrund der Untersuchung: "Wenn Ärzte NSAID verschreiben möchten, sollten sie das Risiko für das Herz und Blutungen prüfen. Auch in Apotheken sollten Patienten mit einem hohen Herzrisiko grundsätzlich keine frei verkäuflichen NSAID erhalten". 


Nicht nur COX-2-Hemmer können Herzgesundheit beeinträchtigen

Überraschenderweise kam bei der Untersuchung dieser Medikamentengruppe nicht nur heraus, dass neue Substanzen, nämlich die COX-2-Inhibitoren, die Herzgesundheit beeinträchtigen können, sondern auch ältere. COX-2-Inhibitoren waren deshalb z. T. bereits vom Markt genommen worden. Ältere Substanzen sind jedoch nach wie vor auch in höheren Dosierungen frei erhältlich.

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.03.16Zum AnfangZurück

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