Vorsicht beim Pilzesammeln!

Mit Beginn der Pilzsaison zieht es viele Menschen in die Wälder. Unlängst kam es jedoch zu etlichen Vergiftungen mit dem lebensgefährlichen Knollenblätterpilz. Vor allem Flüchtlinge verwechseln den Pilz gerne mit essbaren Pilzen. Warnplakate sollen aufklären.

 

 

Plakate warnen vor dem Knollenblätterpilz

 

Erneut kam es zu einem Todesfall eines Mannes aus Rumänien durch eine Vergiftung mit einem Knollenblätterpilz. Damit ereignete sich ein zweiter Todesfall durch Pilzvergiftung innerhalb einer Woche. Dieses Jahr hatten sich bereits über 30 Menschen durch den Verzehr selbst gesammelter Pilze vergiftet. Besonders aus Osteuropa und Nordafrika stammende Personen waren betroffen. Knollenblätterpilze sind leicht mit Champignons oder dem Eierwulstling zu verwechseln, der vor allem im Mittelmeerraum vorkommt. Im Einzugsgebiet von Hannover hatten sich zuvor in einer Woche mehr als 30 Flüchtlinge aus Syrien vergiftet.

 

Aufgrund der häufigen Vergiftungsfälle warnen nun mehrsprachige Plakate in Flüchtlingsunterkünften vor dem gefährlichen Pilz. Wer Pilze sucht und sich nur ungenügend auskennt, kann leicht Opfer einer Pilzvergiftung werden. Die genaue Kenntnis der essbaren Pilzarten ist deshalb oberstes Gebot. Pilzsachverständige stehen mancherorts zur Verfügung und können bei der Bestimmung der gesammelten Pilze eine große Hilfe sein. Wer sich bei seinen Pilzfunden unsicher ist, sollte diese auf keinen Fall zubereiten und verzehren. Wichtig ist auch, die Reste von Pilzen, etwa Abfälle nach dem Putzen der Pilze oder Speiseabfälle aufzubewahren. Im Falle einer Vergiftung können daraus wichtige Erkenntnisse gezogen werden.

 

 

 Multiorganversagen durch Vergiftung mit Knollenblätterpilzen

 

Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz sind dramatisch. Verantwortlich sind die in den Pilzen enthaltene Amatoxine. Nach vier bis 48 Stunden kommt es bei Betroffenen zu Übelkeit, Erbrechen und kolikartigen Bauchschmerzen. Es kommt oftmals zu einem Kreislaufzusammenbruch. Zu beachten ist, dass sich Betroffene zwei Tage lang noch völlig gesund gefühlt haben können. Nach der ersten Phase der Symptome klingen die Darmbeschwerden für zwölf bis 24 Stunden ab. Zwei bis vier Tage nach dem Pilzverzehr kommt es zu Gelbsucht, Leberversagen, Nierenversagen und Blutungen. Eine Lebertransplantation kann in einigen Fällen das Leben retten, jedoch nicht immer lässt sich die Vergiftung dadurch aufhalten. Der Tod ist eine Folge eines Multiorganversagens.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.10.15Zum AnfangZurück

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