Vorsicht bei der Tatooentfernung!

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund zehn Millionen Tätowierte. Die meisten lassen ihre erste Tätowierung im Alter zwischen 16 und 20 Jahren stechen. Einst Schmuck von Matrosen und Häftlingen, sind Tätowierungen schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch nicht immer gefallen die Bilder auf der Haut ein Leben lang. Laut Professor Wolfgang Bäumler, Physiker und Tattoo-Forscher an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universität Regensburg, möchten etwa fünf Prozent der Tätowierten ihr Tattoo gerne wieder loswerden. Das entspricht 500 000 Menschen.

Über mögliche Risiken bei der Entfernung von Tattoos herrschen noch viele Unsicherheiten. Denn bei der Behandlung könnte auch einiges schief gehen. Die Farbpigmente sitzen in einer Tiefe von bis zu vier Millimetern unter der Hautoberfläche und müssen dort behandelt werden. Früher wurden Tätowierungen abgeschliffen oder abgetragen. Kleine Stellen können auch chirurgisch entfernt werden. Dabei entstehen allerdings Narben. Unbedingt abzuraten sei der Einsatz mit Blitzlampen oder mit Milchsäure. Bei beiden Methoden wird die Haut schwer beschädigt und vernarbt.

Heute ist Lasern die gebräuchlichste Therapie. Der Laserstrahl erwärmt und zersprengt die Pigmente in der Haut. Die kleinen Farbpartikel werden über die Lymphe abtransportiert. Der Schmerz bei der Behandlung wird durch kalte Luft und eventuell Betäubungscreme gelindert. In den ersten Tagen danach gleicht die betroffene Stelle einer Schürfwunde und muss desinfizierend behandelt und durch Kleidung oder auch Abkleben vor Licht geschützt werden.

Der Aufwand der Entfernung hängt von Hautdicke, Tattoo-Fläche und -Farbe ab. Bunte Bilder lassen sich deutlich schwerer entfernen als schwarze. Sechs bis zehn Behandlungen im Abstand von jeweils vier bis sechs Wochen seien durchaus üblich. Eine Sitzung kostet zwischen 75 und 300 Euro. Worüber niemand Auskunft geben kann, sind die Langzeitfolgen: Unklarheit besteht darüber, was in den Farben genau enthalten ist, wie die Inhaltsstoffe auf die Laserbestrahlung chemisch reagieren und wohin die pulverisierten Farbstoffe im Körper gelangen und was sie dort bewirken.

Da sich die Persönlichkeit eines Menschen und damit auch sein Geschmack und ästhetisches Empfinden im Laufe seines Lebens ändern, muss man immer damit rechnen, dass das Tattoo mit der Zeit nicht mehr gefällt. Das sollte vor einer geplanten Tätowierung genau bedacht werden.

Quelle: Silva Raddatz08.07.13Zum AnfangZurück

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