Vorhofflimmern für Frauen gefährlicher

Das unregelmäßig schlagende Herz bei Vorhofflimmern ist mit gesundheitlichen Gefahren verbunden. Diese sind für betroffene Frauen offenbar größer als für Männer, zeigt die Studie eines internationalen Forscherteams. Warum es geschlechtsspezifische Unterschiede in den Risiken gibt, ist indes unklar.

 

 

Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und Herzkreislauferkrankungen

 

Vorhofflimmern bezeichnet einen zu schnellen Herzschlag der Herzvorhöfe, dessen Folge eine mehr oder weniger ineffektive Pumpfunktion des Herzens ist. Die Entwicklung eines Schlaganfalles gilt als Hauptrisiko der Erkrankung. Weltweit erleiden über 33 Millionen Menschen einen Schlaganfall, Tendenz steigend. Der Schlaganfall ist oftmals mit bleibenden Beeinträchtigungen verbunden oder endet tödlich.

 

Studien ergaben, dass Frauen und Männer unterschiedliche Risikofaktoren für die Entwicklung von Herzkreislauferkrankungen aufweisen. Hier spielen Faktoren wie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Rauchen eine Rolle. Dieser Umstand könnte auch in der Abschätzung der Häufigkeit von Vorhofflimmern bei Frauen und Männern Bedeutung haben. Möglicherweise greifen bei beiden Geschlechtern unterschiedliche therapeutische Ansätze bereits im Vorfeld schwerer Folgeerkrankungen.

 

Ein internationales Team von Wissenschaftlern widmete sich nun der Untersuchung des Zusammenhanges zwischen Vorhofflimmern und Herzkreislauferkrankungen sowie der damit verbundenen Sterblichkeit bei Frauen und Männern. Dafür analysierten sie die Daten aus 30 Studien des Zeitraumes 1966 bis 2015. Über vier Millionen Studienteilnehmer hatten an den Studien teilgenommen.

 

 

Vorhofflimmern: Deutlich erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko für Frauen

 

Jede Studie enthielt mindestens 50 Patienten mit Vorhofflimmern und 50 Teilnehmer ohne die Herzrhythmusstörung, für die eine Verbindung zwischen Vorhofflimmern und allgemeiner Sterblichkeit, Sterblichkeit aufgrund von Herzgefäßerkrankungen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten dokumentiert worden war.

 

Die im "British Medical Journal" publizierten Daten zeigen, dass das relative Risiko zu sterben mit zwölf Prozent für Frauen mit Vorhofflimmern höher ausfällt als für Männer. Schlaganfallrisiko, Sterblichkeit aufgrund von Herzgefäßerkrankungen, Herzinfarkte und Herzversagen kamen bei Frauen deutlich häufiger vor.

 

Die erhöhten Risiken sollten bei Frauen mit Vorhofflimmern berücksichtigt werden, so die Forscher. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden, wären Risikofaktoren bei Frauen möglicherweise aggressiver zu therapieren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.01.16Zum AnfangZurück

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