Vorhofflimmern: Besser leben mit Yoga

Unregelmäßig, immer wieder auftretendes Vorhofflimmern des Herzens belastet Betroffene oftmals sehr. In einer kleinen Studie erwies sich Yoga als hilfreich. Forscher planen nun eine größere Untersuchung zum Thema. Demnach verhalf eine zwölfwöchige Yogabehandlung Patienten mit sogenanntem paroxysmalen Vorhofflimmern zu einer verbesserten Lebensqualität, einem niedrigerem Blutdruck und einer verminderten Herzfrequenz.


Vorhofflimmern schränkt Lebensqualität ein

Bei Vorhofflimmern schlagen die Vorhöfe des Herzens unregelmäßig und in der Regel zu schnell. Dies führt zu Unterbrechungen des Blutflusses in die Herzkammern, sodass Blutgerinnsel entstehen können. Werden diese mit dem Blutstrom weggespült, können sie in das Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall auslösen.

Kommt es immer wieder zu Episoden von Vorhofflimmern, spricht man von paroxysmalen Vorhofflimmern. Diese Episoden von Rhythmusstörungen können von Symptomen wie Brustschmerz, Schwindel sowie plötzliche und schwere Atemnot begleitet sein. Die Beschwerden führen oftmals auch außerhalb der Episoden zu Angst und Stress, denn Erkrankte wissen nicht, wann es wieder zu einer Attacke kommt. Eine Episode des paroxysmalen Vorhofflimmerns hält meist keine 48 Stunden an und und hört dann von allein wieder auf, doch kann das Flimmern auch mehrere Tage lang anhalten.

Betroffene könnten ihr Leben aufgrund des Vorhofflimmern oftmals nicht mehr so leben wie sie möchten, so Forscherin Maria Walström vom Karolinska Institute in Stockholm. Aus Angst vor der Rhythmusstörung vermeiden sie möglicherweise Verabredungen mit Freunden, Besuche von Veranstaltungen oder Reisen. Die Lebensqualität ist entsprechend beeinträchtigt.



Yoga beeinflusst Psyche, Herzfrequenz und Blutdruck positiv

Vorhofflimmern ist die am häufigsten vorkommende Herzrhythmusstörung. Bis zu zwei Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern sind betroffen. Die Behandlung der Krankheit zielt auf die Kontrolle von Symptomen und Vorbeugung von Komplikationen. Zum Einsatz kommen Medikamente, Kardioversion und Katheterablation. Viele Patienten greifen auf komplementäre Therapien zurück, um mit der Krankheit besser umgehen zu können.

Die schwedische Wissenschaftlerin untersuchte nun an 80 Patienten die Auswirkungen von Yoga. Die Hälfte der Patienten erhielt zwölf Wochen lang einmal pro Woche eine angeleitete Yogasitzung, die andere Hälfte nicht. Alle Patienten waren daneben einer Standardbehandlung mit den möglichen Behandlungen bei Vorhofflimmern unterzogen. Bestandteil der Yogasitzung waren leichte Bewegung, tiefe Atmung und Meditation.

Fragebögen zur Erfassung der Lebensqualität ergaben danach, dass es Patienten mit Yoga mental besser ging, sie eine geringere Herzfrequenz aufwiesen und auch der systolische und diastolische Blutdruck geringer war als bei den Studienteilnehmern ohne Yoga.


Yoga für die Balance des Nervensystems

Die Forscherin vermutet, dass die tiefen Atemübungen Betroffenen zu einer bessern Balance des die Herzfrequenz beeinflussenden Nervensystems führen. Dies könne helfen, die Herzfrequenz zu senken. Atmung und Bewegungsübungen könnten daneben dem Blutdruck zugutekommen. Yoga könnte zudem Patienten zu einem verbesserten Gefühl der Selbstkontrolle verhelfen, weshalb sie sich den Symptomen nicht mehr ganz so hilflos ausgeliefert fühlen, heißt es im "European Journal of Cardiovscular Nursing". Geplant ist nun eine Studie mit 140 Patienten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.03.16Zum AnfangZurück

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