Vor planbaren Operationen gut informieren

Bevor sich Patienten für eine planbare Operation entscheiden, sollten sie immer gezielt nachfragen, warum ihr Arzt ihnen den Eingriff empfiehlt. «Fragen Sie, welche Chancen und welche Risiken damit einhergehen», rät Regina Behrendt, Gesundheitsexpertin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dabei gehe es nicht nur um die unmittelbar mit der OP verbundenen Folgen, sondern auch darum, was langfristig zum Beispiel nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenks geschieht.

Der Arzt habe eine ausführliche Aufklärungs- und Informationspflicht gegenüber seinem Patienten, betonte Behrendt. «Das muss immer im persönlichen Gespräch stattfinden.» Es reiche nicht, wenn der Patient eine schriftliche Information in die Hand gedrückt bekomme. «Und das Gespräch ist erst beendet, wenn ich als Patient keine Fragen mehr habe.» Wichtig ist auch, dass sich Betroffene auf das Gespräch gut vorbereiten und zum Beispiel vorher einen Fragenkatalog notieren.

Außerdem sollten sich Patienten nach Alternativen zu dem Eingriff erkundigen. «Was passiert, wenn ich die Operation nicht durchführen lasse?», nennt Behrendt im Gespräch mit dem dpa-Themendienst als wichtige Frage an den Arzt. Nach Einschätzung von Krankenkassen und Politik wird in Deutschland vielfach operiert, ohne dass dies medizinisch geboten ist. Am Donnerstag wurde eine Studie im gesetzlichen Auftrag zur Entwicklung der Behandlungszahlen in Deutschlands Krankenhäusern in Berlin veröffentlicht.

Auch die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen, ist laut Behrendt ein Weg, um sich mehr Gewissheit über die Notwendigkeit einer Operation zu verschaffen. «Manche Krankenkassen unterstützen das explizit mit einem Pool von Ärzten, die sich in dem Feld auskennen», sagte Behrendt.

Quelle: dpa18.07.14Zum AnfangZurück

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