Vitamin D gegen schwere Asthmaanfälle

Für Asthmapatienten lohnt es sich, der üblichen Therapie Vitamin D als Nahrungsergänzung hinzuzufügen. Denn dies senkt das Risiko schwerer Asthmaanfälle, ergab eine Analyse von Studiendaten der renommierten Cochrane Collaboration.


Vitamin D reduziert Krankenhausbehandlungen

Weltweit leiden laut Global Asthma Report 2014 rund 330 Millionen Menschen unter Asthma, darunter auch viele Kinder. Pfeifender Atem, Husten, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und Engegefühl sind mögliche Beschwerden. Dies kann durch Allergene oder irritierende Stoffe getriggert werden. Dazu gehören Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Zigarettenrauch. Eine Heilung der Krankheit gibt es nicht, jedoch lassen sich mit Medikamenten Symptome in den Griff bekommen und das Risiko lebensgefährlicher Asthmaanfälle reduzieren.

Britische Wissenschaftler untersuchten nun, ob Vitamin D geeignet ist, Asthmaanfällen vorzubeugen. Frühere Studien hatten den Verdacht nahegelegt, dass geringe Vitaminwerte mit einem erhöhten Risiko für Asthmaanfälle einhergeht. Zu diesem Zweck analysierten sie neun Studien mit fast 1.100 Patienten zum Thema. Die meisten Patienten litten unter einer mittelschweren bis schweren Asthmaerkrankung und erhielten eine Standardbehandlung.

Eine orale Ergänzung von Vitamin D war mit einem von sechs auf drei Prozent reduziertem Risiko verbunden, aufgrund eines schweren Asthmaanfalls eine Krankenhaus- oder Notaufnahmebehandlung in Anspruch nehmen zu müssen. Schwere Nebenwirkungen waren unter der Vitaminbehandlung nicht zu beobachten.


Studie: Mit Vitamin D war weniger Kortison nötig

Darüber hinaus konnte die Vitaminbehandlung den Bedarf an Asthmamedikamenten senken. Mit Vitamin D waren weniger Steroide nötig, die bei Asthma gegen die Entzündung der Atemwege eingesetzt werden. Die täglichen Asthmabeschwerden waren unter der Vitamin D-Behandlung jedoch nicht gelindert und auch die Lungenfunktion blieb unverändert.

Dennoch wollen die Forscher ihre Studienergebnisse mit Vorsicht interpretiert wissen. Es sei noch unklar, ob die Vitaminbehandlung bei Kindern und Menschen mit schwerem Asthma wirke und geeignet sei. Möglicherweise sei die Behandlung auch nur bei Asthmapatienten effektiv, die einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. Weitere Analysen sollten dies zeitnah klären. Mit Ergebnissen rechnen die Wissenschaftler in einigen Monaten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.09.16Zum AnfangZurück

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