Viagra & Co: Erhöhtes Hautkrebsrisiko?

Das als Viagra bekannte Sildenafil könnte das Hautkrebsrisiko von Männern erhöhen, zeigte unlängst eine Studie. Forscher geben jetzt Entwarnung. Ein regelmäßiger Hautcheck ist aber für alle Männer wichtig, um den schwarzen Hautkrebs (Melanom) frühzeitig zu erkennen. Denn bei dem Krebs handelt es sich um den gefährlichsten Hautkrebs. Gesetzlich Versicherte haben ab dem Alter von 35 Jahren einen Anspruch auf eine Screeninguntersuchung der Haut.

 

 

Neue Studie prüfte Zusammenhang

 

Eine Studie kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass Männer ein erhöhtes Risiko für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs aufweisen, wenn sie wegen Potenzproblemen Medikamente mit der Wirkstoffgruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer einnehmen. Dazu zählen Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil.

 

Eine im Amerikanischen Ärzteblatt veröffentlichte Untersuchung prüfte nun einen möglichen Zusammenhang und kommt zu einem differenzierteren Ergebnis. Zugrunde liegen die Daten von über 20.000 Männern, von denen 4.065 im Zeitraum 2006 bis 2012 schwarzen Hautkrebs entwickelten. Von den Hautkrebspatienten hatten 2.148 eines der drei verfügbaren Potenzmittel eingenommen. Aus dieser Gruppe entwickelten 435 Männer Hautkrebs.

 

 

Kein erhöhtes Hautkrebsrisiko bei Mehrfachverschreibungen

 

Damit zeigte sich zwar ein leicht erhöhtes Hautkrebsrisiko bei Männern, die solch ein Mittel einnahmen. Bei genauerer Betrachtung aber waren vor allem Männer betroffen, die sich das Medikament ein einziges Mal verschreiben hatten lassen. Männer mit wiederholten Verschreibungen hatten statistisch kein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Dies widerlegt einen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Medikamente und einem erhöhten Risiko für schwarzen Hautkrebs.

 

Die Untersuchung zeigt eher, dass der Zusammenhang zwischen einer Gruppe von Männern, die diese Medikamente einnehmen und wahrscheinlicher Hautkrebs entwickeln, auf anderen Faktoren beruht. Sie haben vielleicht eine höhere Bildung und ein besseres Einkommen, sodass sie mehr Zeit in der Sonne verbringen können, so die Forscher.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.07.15Zum AnfangZurück

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