Verhaltenstherapie bei Spinnenphobie morgens wirksamer

Bei Spinnenphobie erhalten Betroffene häufig eine Verhaltenstherapie, bei der sie mit den Tieren konfrontiert werden. Die Wirksamkeit der Behandlung ist am Morgen besser als am Abend, so das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

 

Cortison bessert Wirksamkeit von Verhaltenstherapie

Möglicherweise spielt die Konzentration des körpereigenen Stresshormons Cortisol eine Rolle, die morgens am höchsten ist. Das Hormon könnte die Behandlung unterstützen und dabei helfen, das Angstgedächtnis zu löschen und neue positive Erfahrungen zu machen, hoffen die Forscher. Möglicherweise sind auch andere Angsterkrankungen besser am Morgen zu behandeln.

 

Bereits bekannt war aus Studien, dass die Verabreichung eines Cortisonpräparates eine Stunde vor der Verhaltenstherapie die Ergebnisse bei Phobien und Angsterkrankungen verbessern kann. Cortison wird in der Medizin häufig zur Entzündungshemmung eingesetzt und ist mit Nebenwirkungen verbunden.

 

Wirksamkeit auch nach drei Monaten noch nachweisbar

An der Studie nahmen 60 Frauen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren teil, die unter einer Spinnenphobie litten. Die Schwere ihrer Phobie wurde anhand von Fragebögen und Verhaltenstests ermittelt. Alle Teilnehmerinnen der Studie erhielten eine einzige Therapiesitzung über drei Stunden lang entweder am Morgen oder am Abend. Während der Therapiezeit übten sich die Frauen im Umgang mit Spinnen, sollten erst kleine, dann größere Spinnen auf ihren Körper setzten oder sie berühren. Zugleich gaben sie Speichelproben ab, um den Corstisolwert zu ermitteln.

 

Den Therapieerfolg überprüften die Forscher nach einer Woche und drei Monaten anhand von Fragebögen. Frauen der Gruppe mit morgendlicher Therapie schnitten dabei besser ab als jene, die die Therapiesitzung abends erhalten hatten. Ob tatsächlich allein die Höhe des Cortisolswertes für das bessere Abschneiden verantwortlich ist oder andere Faktoren eine Rolle spielen, ist nicht sicher geklärt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.10.14Zum AnfangZurück

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