Urintest deckt Bauchspeicheldrüsenkrebs auf

Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht kaum Symptome und wird deshalb meist erst spät diagnostiziert, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Forscher entwickelten jetzt einen vielversprechenden Urintest, der eine frühe Diagnose ermöglicht. Mithilfe des Tests lassen sich Eiweißstoffe nachweisen, die bei Betroffenen erhöht sind.

 

 

Diagnose bereits im Frühstadium

 

Nach der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) sind die Chancen auf Heilung meist gering. Über 95 Prozent der Betroffenen sterben in den folgenden fünf Jahren infolge der Erkrankung. Um die 40.000 Menschen starben im Jahr 2013 infolge der Krankheit. In den USA sind es ebenfalls jährlich um die 40.000 Menschen. Mit einem von Forschern des Cancer Institute der Queens Mary Universität in London entwickelten Test lässt sich der Krebs mit einer Zuverlässigkeit von 90 Prozent bereits im Frühstadium aufspüren. Damit wären die Heilungschancen um ein Vielfaches verbessert.

 

Anhand der Untersuchung von 488 Urinproben von an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Patienten und Patienten mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie Gesunden entdeckten die Wissenschaftler drei Eiweißstoffe, die bereits im Frühstadium der Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung im Urin auftreten. Frühstadium bedeutet, dass der Krebs noch auf das Organ begrenzt ist und sich noch nicht weiter ausgebreitet hat, sodass der Tumor bereits  in andere Körpergewebe- und Organe eingewachsen ist oder sich Absiedlungen des Tumors in anderen Körperbereichen gebildet haben (Metastasen).

 

 

Größere Untersuchungen notwendig

 

Der bisher verwendete Bluttest testet auf einen einzelnen Eiweißstoff und das Ergebnis ist nicht sehr zuverlässig. Er kann aber mit dem neu entwickelten Test zur Anwendung kommen und so für eine Steigerung der Zuverlässigkeit sorgen. Allerdings muss der Test noch in größeren Studien verifiziert werden. Erst dann ist an die Entwicklung eines Routinetests zu denken, der in der klinischen Routine Anwendung finden kann.

 

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.08.15Zum AnfangZurück

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