Untergewicht als Demenzrisiko

Haben Erwachsene mittleren Alters Untergewicht, steigert dies einer aktuellen Studie zufolge ihr Demenzrisiko. Überraschenderweise trugen deutlich übergewichtige Menschen das geringste Risiko. Eine Gewichtszunahme im mittleren Lebensalter scheint den Erhalt der geistigen Fitness zuträglich. Frühere Untersuchungen hatten für Übergewichtige aber andere Ergebnisse gezeigt.

 

 

Datenbank liefert Daten aus 20 Jahren

 

Dass Übergewicht oder gar starkes Übergewicht und Fettleibigkeit nicht gesund sind, gilt als erwiesen. Stoffwechselstörungen wie die Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, das Risiko von Herzkreislauferkrankungen wie die koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt oder sogar das Krebserkrankungsrisiko steigen an. Beim Risiko für die Entwicklung einer Demenz könnte jedoch ein anderer Zusammenhang gelten, zeigt eine große britische Untersuchchung, die im Fachjournal "Lancet Diabetes & Endocrinology" veröffentlicht wurde.

 

Forscher aus London hatten Daten einer großen Datenbank analysiert. Es handelt sich um die Daten von annähernd zwei Millionen Menschen im Durchschnittsalter von 55 Jahren, die im Rahmen allgemeiner medizinischer Routineuntersuchungen in einem Zeitraum von fast 20 Jahren dokumentiert worden waren.

 

 

Dicke Menschen bleiben geistig eher auf der Höhe

 

Demnach erhielten Personen mit Untergewicht im Untersuchungszeitraum zu einem Drittel wahrscheinlicher die Diagnose einer Demenz als Menschen mit Normalgewicht. Nahmen Menschen in mittlerem Alter an Gewicht zu, reduzierte sich ihr Demenzrisiko, während es bei Menschen mit dauerhaft bestehendem Untergewicht erhalten blieb. Mit ansteigendem Körpergewicht sank das Risiko. Fettleibige Menschen mit starkem Übergewicht hatten demnach das geringste Risiko für einen geistigen Abbau aufgrund einer Demenz. Frühere Studien zum Thema hatten für Übergewichtige zum Teil das Ergebnis eines erhöhten Demenzrisikos ergeben.

 

Die Ursachen des Zusammenhangs der aktuellen Ergebnisse liegen weitgehend im Dunkeln und sollten Gegenstand weiterer Untersuchungen sein, so die Forscher. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.04.15Zum AnfangZurück

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