Unbefruchtete Eizellen als Herztherapie

Göttinger Forscher haben nach eigenen Angaben weltweit erstmals eine Art Herzgewebe mit Hilfe von Stammzellen aus unbefruchteten Eizellen gezüchtet. Damit habe ein Medizinerteam bei Mäusen durch Herzinfarkte hervorgerufene Schäden repariert, teilte die Universitätsmedizin Göttingen am Freitag mit. Die Studie werde im «Journal for Clinical Investigation» veröffentlicht.

«Der Weg in die klinische Anwendung in Patienten mit Herzmuskelschwäche ist noch weit und wir müssen in jedem Fall sicherstellen, dass Patienten nicht einem unvertretbaren Risiko ausgesetzt werden», räumte der Senior-Autor der Studie, Prof. Wolfram-Hubertus Zimmermann, ein.

Bei dem Verfahren müssen keine Embryonen zerstört werden. Die verwendeten Zellen, sogenannte parthenogenetische Stammzellen (PS-Zellen), seien aus unbefruchteten Eizellen von Mäusen gewonnen worden, berichtet die Universitätsmedizin Göttingen. Das daraus gezüchtete Herzgewebe schlage wie natürliches Herzgewebe und lasse sich bei Mäusen therapeutisch zur Reparatur von Herzinfarkten einsetzen.

Die PS-Zellen besitzen nach Zimmermanns Angaben ähnliche biologische Eigenschaften wie embryonale Stammzellen. Damit sei erstmals nachgewiesen, dass unbefruchtete Eizellen ein vielversprechendes Ausgangsmaterial für die Zell-basierte Behandlung der Herzmuskelschwäche sein können. Die erforderlichen Eizellen könnten aus Befruchtungs-Kliniken kommen, die ungenutzte Zellen verwerfen.

Weltweit forschen Mediziner seit Jahren an Herztherapien mit Hilfe von embryonalen oder adulten Stammzellen. Bislang hat es noch kein Verfahren zu Routine gebracht. Der Göttinger Herzspezialist und Stammzellenexperte Prof. Gerd Hasenfuß erläuterte erst kürzlich, dass weltweit rund 3000 Herzinfarkt-Patienten mit adulten Stammzellen behandelt worden seien. Es gebe mindestens 100 Studien mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen. «Es gibt Gläubige und Ungläubige», sagte Hasenfuß zu den Therapie-Effekten mit adulten Stammzellen. Die Therapien mit embryonalen Stammzellen stecken noch tiefer in der Grundlagenforschung.

Quelle: dpa31.07.13Zum AnfangZurück

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