Übergewichtige erkranken häufiger an Nierenkrebs

Forscher stufen Übergewicht schon lange als Risikofaktor ein, an Nierenkrebs zu erkranken. Nun konnten Stoffwechselgänge untersucht werden, die dafür verantwortlich sind.


40 Prozent der Erkrankten sind übergewichtig

Bösartige Nierentumore sind selten. Sie treten vor allem zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf und betreffen in 4 von 10 Fällen Menschen mit Übergewicht. Eine Erklärung, weshalb ein hoher Körperfettanteil die Entwicklung von Nierenkrebs begünstigt, fanden nun Forscher um Leiter Xifeng Wu des Krebszentrums der Universität Texas heraus. An ihrer Studie nahmen Nierenkrebserkrankte mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren teil, die meisten von ihnen waren männlich. Die Wissenschaftler untersuchten Proben aus der Niere sowie aus ihrem umliegenden Gewebe und Vergleichsproben aus nierenfernen Körperregionen. 


Rezeptoren für Hormon aus Fettstoffwechsel verändert

Leptin ist ein Hormon, das Fettzellen produziert, um den Appetit zu zügeln. Je mehr Körperfett ein Mensch hat, desto mehr Leptin wird gebildet. Die Forscher konnten nun beobachten, dass Leptinrezeptoren in Nierentumoren eine veränderte Struktur aufweisen. Erreicht Leptin diese veränderten Rezeptoren, werden Prozesse in der Zelle gestört, die sie vor Entartungen schützen. Je mehr Leptin durch Übergewicht im Körper zirkuliert, desto wahrscheinlicher wird es, dass Menschen mit veränderten Leptinrezeptoren in der Niere Tumore entwickeln. 

Die Forscher teilten die Patienten in zwei Gruppen ein: Je stärker die Struktur der Rezeptoren verändert war, desto wahrscheinlicher war es auch, dass die Patienten nach der Behandlung des Tumors rückfällig wurden. Weniger veränderte Rezeptoren bedeuteten hingegen eine bessere Prognose. Der Leptinrezeptor scheint also auch die Bösartigkeit des Tumors zu beeinflussen. 

Xifeng Wu betont, dass weitere Studien nötig sind, um den Zusammenhang zwischen verändertem Leptinrezeptor und dem Therapieerfolg von Nierenkrebs  weiter aufzuklären. Ihre Untersuchung präsentierte sie auf dem jährlichen Treffen der American Association Of Cancer Research.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.04.16Zum AnfangZurück

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