Übergewicht: Gesundheitsprobleme bereits in Vorschule

Übergewichtige Vorschüler tragen bereits Gesundheitsrisiken, die sich später zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Herzkreislauferkrankungen und Zuckerkrankheit auswachsen können, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. In der Studie wurden mehr als 5.700 gesunde Kinder aus Rom im Alter zwischen zwei und sechs Jahren untersucht. Die Kinder hatten erst im Laufe des vorhergehenden Jahres Übergewicht oder gar eine Fettleibigkeit entwickelt. An 200 dieser Kinder wurden detaillierte Bluttests veranlasst.

 

Veränderter Stoffwechsel bereits nach kurzer Zeit

Annähernd 40 Prozent wiesen mindestens eine abnorme Stoffwechselaktivität wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, erhöhte Blutzuckerwerte oder geringe Werte an "gutem" Cholesterin auf. In Studien mit Erwachsenen sind solche Werte veränderter Stoffwechselaktivitäten mit Erkrankungen des Herzens und der Zuckerkrankheit verbunden. Ein Drittel der Kinder hatte eine nicht durch Alkohol bedingte Fettleber oder Fettdepots in der Leber. Die betroffenen Kinder hatten einen höheren Körpermasseindex (Body-Mass-Index, BMI) als Kinder ohne Stoffwechselstörungen.

Die im Journal der American Heart Association veröffentlichten Érgbnisse zeigen, dass es bei jungen Kindern Stoffwechselabweichungen in Verbindung mit Übergewicht gibt, auch wenn das Übergewicht noch nicht sehr lange besteht. Ärzte und Eltern sollten deshalb möglicherweise die Stoffwechselaktivität betroffener Kinder früher als sonst üblich prüfen lassen.

 

Gesunde Ernährung und Sport lässt Pfunde purzeln

Ob im späteren Lebensalter tatsächlich Erkrankungen auftreten, lässt sich anhand dieser Ergebnisse nicht sagen. Hierfür wären Langzeitstudien nötig, in denen Kinder bis ins höhere Erwachsenenalter beobachtet werden. Zu befürchten ist aber, dass übergewichtige Kinder mit Stoffwechselabweichungen in früheren Lebensjahren erkranken.

Das Positive an den Ergebnissen: Gerade bei Kindern lassen sich Stoffwechselstörungen aufgrund von Übergewicht gut behandeln und mildern bzw. sogar wieder ganz umkehren. Veränderungen des Lebensstils durch gesunde Ernährung mit weniger gesättigten Fetten, Transfetten und Zucker sowie Sport helfen meist. Wenn nicht, können Medikamente sinnvoll sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann, JAMA Pediatrics22.08.14Zum AnfangZurück

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