Übergewicht: Diskriminierung erhöht Sterblichkeit

Menschen, die aufgrund ihres Gewichtes diskriminiert werden, haben laut einer US-Studie nicht nur ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit, sondern auch ein erhöhtes Sterberisiko. Hänseleien und Mobbing spornen übergewichtige Menschen nicht etwa an, Gewicht zu verlieren. Im Gegenteil, sie nehmen wahrscheinlicher noch mehr Gewicht zu und leiden psychisch. Das allein ist aber nicht für das erhöhte Todesrisiko verantwortlich zu machen.

 

 

Diskriminierung erhöht unabhängig von anderen Faktoren Sterberisiko

 

Wissenschaftler der Florida State University untersuchten die Daten von über 18.000 Menschen, die an verschiedenen Langzeitstudien teilgenommen hatten. Die Forscher verglichen die Daten hinsichtlich von Untersuchungsteilnehmern, die Diskriminierungen wegen ihres Körpergewichtes erfahren hatten, mit Teilnehmern, die diese Erfahrung nicht machen mussten.

 

Menschen, die diskriminiert wurden, wiesen ein um 60 Prozent erhöhtes Sterberisiko in der Zukunft auf als jene, die keine Herabwürdigungen erfahren hatten. Andere Faktoren, die für ein erhöhtes Todesrisiko verantwortlich sein könnten, wurden in diese Berechnung mit einbezogen. Es geht also nicht darum, dass Menschen mit einem erhöhten Gewicht ein erhöhtes Todesrisiko haben. Das Risiko zu sterben war in der Studie unabhängig vom Body Mass Index (BMI) erhöht, wenn Menschen aufgrund des Gewichtes erniedrigt wurden, so die Wissenschaftler. Der BMI ist eine Maßeinheit zur Abschätzung des Körpergewichtes im Verhältnis zur Körpergröße. BMI-Werte ab 25 gelten als Übergewicht, ab einem BMI von 30 spricht man von Fettleibigkeit.

 

 

Stigmatisierung schadet übergewichtigen Menschen

 

Bereits mehrere frühere Studien zeigen, dass Hänseleien oder Mobbing von Übergewichtigen nicht dazu führen, dass diese abnehmen. Langfristig zeigt sich sogar ein gegenteiliger Effekt. Wer aufgrund seines Gewichtes stigmatisiert wird, wird wahrscheinlich zukünftig eher ein Verhalten an den Tag legen, das zu weiterer Gewichtszunahme und Fettleibigkeit führt. Die Studie erschien im Fachblatt "Psychological Science".

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.10.15Zum AnfangZurück

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