Trauma durch Bilder der Gewalt

Mit der Verbreitung von Internet und Social Media sind Nachrichten mit Bildern und Fotos oftmals unmittelbar nach dem Geschehen abrufbar. Doch die Macht von Gewaltbildern ist groß, warnen Forscher. Sie können Symptome hervorrufen, die denen eines Krankheitsbildes der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) ähneln.

 

 

Trauma kann Folgen haben

 

PTSD ist eine psychische Erkrankung, die infolge eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse entstehen kann. Krieg, Folter, Vergewaltigung, Misshandlung, Naturkatastrophen oder andere Gewalterfahrungen können die Ursache sein, aber auch schwere Erkrankungen oder Unfälle. Doch nicht jeder entwickelt infolge einer Gewalterfahrung eine Störung. Manchen Menschen sind empfänglicher für die PTSD.

 

Mögliche Symptome der PTSD sind das ungewollte Wiedererleben des traumatischen Ereignisses, ausgelöst durch harmlose Reize wie Gerüche, Bilder, Geräusche u.a. Immer wieder wird so das Vergangene erneut durchlebt und ist mit Angst, Hilflosigkeit oder Schmerzen verbunden. Eine anhaltende Furcht und Misstrauen können das Leben bestimmen. Schlafstörungen und Alpträume sind möglich. Bei Nichtbehandlung kann sich eine chronische Störung entwickeln, bei der sich die ganze Persönlichkeit verändert.

 

Offenbar sind aber keine persönlichen Gewalterfahrungen nötig, um Symptome der PTSD zu entwickeln, fanden britische Forscher heraus. Ergebnisse präsentierten sie auf der jährlichen Konferenz der British Psychology Society.

 

 

Gewaltbilder: Über ein Fünftel entwickelt Symptome

 

In ihrer Studie zeigten sie erwachsenen Frauen und Männern Gewaltvideos und -bilder wie Selbstmordattentate und Amokläufe. Anschließende Untersuchungen zeigten, dass 22 Prozent der Teilnehmer Symptome der PTSD aufwiesen. Je öfter die Teilnehmer das entsprechende Video oder die Bilder ansahen, desto eher waren sie von Symptomen betroffen. Häufiger betroffen waren extrovertiertere Menschen.

 

Für Nutzer von Internet und Social Media ist es wichtig, sich dieser Gefahr bewusst zu sein, so die Wissenschafller. Auch eine Unterstützung betroffener Personen wäre wichtig.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.05.15Zum AnfangZurück

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