Tollwut: Unterschätzte Gefahr

Kaum jemand macht sich hierzulande noch viele Gedanken über Tollwut. Dabei sorgt die Infektionskrankheit weltweit für viele Erkrankungsfälle, die unbehandelt fast immer mit dem Tod enden. Der Infektion ließe sich durch eine vorbeugende Impfung von Hunden und Wildtieren und durch Impfungen von Menschen oftmals vorbeugen.

 

 

Tollwutimpfung ist für manche Personen sinnvoll

 

Weltweit sterben jährlich 59.000 Menschen an Tollwut, ergab eine Studie der University of Glasgow. Dies verursacht nicht nur großes menschliches Leid, sondern auch hohe Kosten. Die meisten Infektionen ereignen sich in Afrika und Asien. Dort sind Hunde häufig nicht geimpft. Deshalb kam es in den vergangenen Jahren vereinzelt auch immer wieder zu Infektionen bei Touristen. Viele Fälle in den Gebieten mit häufigeren Infektionen sind jedoch nicht dokumentiert, sodass mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen ist.

In Westeuropa und Nordamerika gilt die Tollwut als ausgerottet. In Osteuropa sind dagegen vor allem Füchse infiziert.

 

Tollwut wird meist durch den Biss eines Tieres (Hunde, Füchse, Fledermäuse) übertragen. Tollwutimpfungen sind hierzulande vor allem für Menschen sinnvoll, die viel mit Tieren zu tun haben, wie Tierärzte öder Förster. Darüber hinaus können vorsorgliche Impfungen für Touristen wichtig sein, die in Länder mit häufigen Infektionen fahren. Vorsorgliche Impfungen bieten den besten Schutz.

 

 

Impfung ist auch kurz nach dem Biss möglich

 

Die Impfung besteht aus dem Spritzen abgeschwächter Tollwutviren und gewährleistet einen sicheren Schutz vor Infektionen. Insgesamt drei aufeinanderfolgende Impfdosen in vorgeschriebenem Abstand sind nötig. Nach zwei Wochen ist mit einem wirksamen Impfschutz zu rechnen.

 

Aber auch Ungeimpfte können sich direkt nach dem Biss eines möglicherweise erkrankten Tieres noch impfen lassen. Diese sogenannte passive Immunisierung mit Antikörpern muss aber innerhalb weniger Stunden nach dem Biss erfolgen. Zugleich erhalten Betroffene eine aktive Impfung, die zusätzlich hilft, die gefährlichen Viren zu bekämpfen.

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.04.15Zum AnfangZurück

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