Tinnitus: Smartphone-Therapie als TK-Leistung

Die Techniker Krankenkasse übernimmt die Kosten der Behandlung von Tinnitus mit dem Smartphone bzw. einer App, der sogenannten "Tinnitracks-App", heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte ist an dem entsprechenden Versorgungsvertrag zur fachärztlichen Begleitung der Patienten beteiligt.

 

Tinnitusfrequenzen aus Musik filtern

 

Die hinter der App steckende Theorie ist, dass das Hören von frequenzgefilterter Musik die überaktiven Nervenzellen im Gehirn, die zum Tinnitus führen, beruhigt. Auf diese Art soll der Tinnitus nachhaltig verbessert werden.

 

Vor dem Start der Behandlung muss zunächst die individuelle Tinnitusfrequenz bestimmt werden. Diese wird dann zusammen mit der Lieblingsmusik des Patienten auf den Tinnitrack-Server geladen. Ein elektronischer Filter überprüft, ob das Musikstück geeignet ist und entfernt die Frequenzen des individuellen Tinnitustons.  

 

 

Tinnitus-Nervenzellen hemmen, andere aktivieren

 

Auf diese Art lassen sich beim Hören der Musik nur Nervenzellen stimulieren, die außerhalb der Tinnitusfrequenz liegen. Die gereizten überaktiven "Tinnitus-Zellen" werden gehemmt. Die eigene Lieblingsmusik zu verwenden ist sinnvoll, dass dies eher mit angenehmen Gefühlen verbunden ist. Zusätzlich sollen so auch Lernvorgänge im Gehirn gefördert werden, die den Tinnitus positiv beeinflussen.

 

Die Behandlung ist ab Oktober bei 30 HNO-Ärzten in Hamburg im Rahmen eines Projektes verfügbar. Patienten können unabhängig vom Wohnort teilnehmen, wenn sie bei einem der Ärzte in Behandlung sind.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.09.15Zum AnfangZurück

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