Tiefe Hirnstimulation gegen chronischen Schmerz

Patienten mit chronischen Schmerzen sind meist auf Medikamente angewiesen, allerdings sind die Therapieerfolge oftmals bescheiden. Eine Alternative könnte in der elektrischen Stimulation eines tiefen Hirnareals liegen.


Hirnareal lässt sich mit kabellosem Gerät stimulieren

Der Bedarf an neuen Therapiemöglichkeiten chronischer Schmerzen ist hoch. Der Missbrauch opiodhaltiger Medikamente ist verbreitet und jährlich mit einer Vielzahl von Todesfällen verbunden. US-Wissenschaftler fanden nun heraus, das die Tiefe Hirnstimulation (THS) gegen chronische Schmerzen wirksam ist. Dabei kommt ein kabelloses Gerät zur Anwendung, mit dessen Hilfe eine tiefe Hirnstruktur unterhalb der Hirnrinde elektrisch gereizt wird. Dieses Hirngebiet ist mit Belohnung und Drogenmissbrauch assoziiert und spielt offenbar auch für Empfindungen und die Schmerzwahrnehmung eine Rolle.

Nebeneffekt der Stimulation ist, dass der Nervenbotenstoff Dopamin vermehrt ausgeschüttet wird, was möglicherweise Stress reduziert, der bei chronischen Schmerzen begleitend auftritt.

Schmerzen sind eine komplexe und subjektive Erfahrung. Bei der Entstehung dürften zwei miteinander verbundene, aber dennoch unterschiedliche Mechanismen bedeutsam sein: Die Empfindung, die sich auf die vom Körper produzierten Signale infolge eines körperlichen Reizes einstellt, und die Wahrnehmung, die mit der Interpretation der Empfindung als Schmerz erfolgt.


Schmerzen können auch ohne äußeren Reiz entstehen

Bei der Schmerzentstehung und -wahrnehmung spielen viele Stoffwechselprozesse eine Rolle. Hier setzen auch medikamentöse Behandlungen an. Schmerz ist als Ergebnis der Verarbeitungsprozesse in höheren Hirnstrukturen zu verstehen, wobei Schmerzen auch entstehen können, wenn es gar keinen äußeren Reiz gibt, wie das bei chronischen Schmerzen oftmals der Fall ist.

In der aktuellen Studie testeten die Forscher ihr Gerät erfolgreich im Tierversuch. Ihre Studie dazu veröffentlichten sie im Fachjournal "Experimental Brain Research".

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.04.16Zum AnfangZurück

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